„Krone“-Kommentar

Ramadan: Wenn Kinder fasten, weil Allah das will

Kolumnen
19.02.2026 18:50
Porträt von Susanne Wiesinger
Von Susanne Wiesinger

Es ist schon lange her, dass ich zurechtgewiesen wurde, weil ich nicht richtig gefastet habe. Meine Oma hatte mich nämlich in der Karwoche beim Naschen erwischt: „Schokolade gibt es erst am Ostersonntag, sonst wird unser Herrgott böse!“ Diese Woche wurde ich tatsächlich wieder „ermahnt“ – von Schülern, denn am Aschermittwoch hat auch der Ramadan begonnen.

Dass er dieses Jahr mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt, war der Mehrheit nicht bekannt. Also versuchte ich, möglichst kindgerecht zu erklären: „Eure Eltern essen und trinken nichts, bis die Sonne untergeht. Meine Oma hat kein Fleisch und nur zu Mittag gegessen.“

Ali wollte es genauer wissen: „Fastest du auch?“ „Ich versuche es. Aber nicht immer“, war meine Antwort. Nun habe ich mir erlaubt, in der 10-Uhr-Pause eine Banane zu essen. Eine Welle der Entrüstung folgte: „Du darfst erst später essen!“, rief Fatima. Als ich den Kindern erklärte, dass es besser ist, eine Kleinigkeit zu essen als nichts mehr leisten zu können, wurden sie nachdenklich: „Meine Mama sagt, Fasten ist wichtiger. Allah will das.“

Der Ramadan hat gerade erst begonnen. Diskussionen, ob Kinder trinken und essen dürfen, gibt es bereits ab der ersten Volksschulklasse. Wann wird auch in muslimischen Moscheegemeinden deutlich vermittelt, dass Schüler besser nicht streng fasten sollten?

Religiöse Bräuche werden natürlich respektiert. Dennoch darf unser Schulalltag auch während des Ramadans nicht gefährdet sein.

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