Song Contest 2026

Sänger Cosmó verspricht die Tanzparty des Jahres

Unterhaltung
21.01.2026 09:00

Die „Krone“ stellt alle heimischen Kandidaten für den Song Contest vor. Aus dem beschaulichen burgenländischen Halbturn kommt der so ganz und gar nicht beschauliche Cosmó, der für die ORF-Show „Vienna Calling“ (20. Februar, 20.15 Uhr, ORF 1) den „Tanzschein“ ausruft. Die „Krone“ fühlte dem 19-Jährigen genauer auf den Zahn.

„Krone“: Benjamin, du trittst bei am 20. Februar bei „Vienna Calling“ mit deinem Grazer Kumpel Sandro Humitsch an, um das österreichische Ticket für den Song Contest in Wien zu ergattern. Wie habt ihr beiden denn zusammengefunden?
Cosmó:
 Wir haben uns vor drei Jahren über eine Internetplattform kennengelernt – eigentlich die ganze Liveband. Bei der ersten Probe waren wir alle noch ein bisschen schüchtern, fast wie bei einem Dating. (lacht) Wir spielten zuerst „Chasing Cars“ von Snow Patrol und andere Cover-Versionen, aber ich wollte immer eigene Lieder spielen. Vor drei Jahren begannen wir, die ersten eigenen Songs auf Englisch zu schreiben und im März 2023 fand im Café Carina in Wien das erste Konzert von uns statt. Dort hatten schon viele legendäre Bands ihren Startschuss.

2022 warst du im Finale der Casting-Show „The Voice Kids“ – wann entstand bei dir der Wunsch, in die Musik zu gehen und was hat dich dazu inspiriert?
Cosmó:
 Alles begann mit dem Musical „Mamma Mia“, das ich als Dreijähriger mit der Mama auf DVD geschaut habe. So auf einer Bühne zu singen und zu tanzen war voll meins und ich habe schon ein paar Wörter auf Englisch gelernt. Mit fünf hatte ich Klavierunterricht mit einem ganz lustigen Klavierlehrer. Da haben wir Stifte ins Klavier gelegt und dann losgespielt – das war echt cool. Richtig beeinflusst hat mich aber die Geschichte von Billie Eilish. Ich habe mir auf YouTube oft angeschaut, wie sie mit ihrem Bruder Finneas im Kinderzimmer Musik erschaffen hat und mit 15 von dort aus berühmt wurde. Mit ungefähr zehn habe ich auch damit angefangen, als ich zum Geburtstag den ersten PC bekam. Ich lud mir eine Musik-Software runter und fing an zu produzieren. Dafür muss man nicht Noten lesen können, sondern kann Dinge zusammenbasteln. Songs zu schreiben und zu produzieren bereitet mir immer noch am meisten Freude – alles hatte dort seinen Ursprung.

Sandro, bist du der Finneas zur „Billie“ Benjamin?
Sandro Humitsch:
 
(lacht) Nein, ich bin eher für die Organisation rund um die Band und Cosmó zuständig. Ich studiere an der WU in Wien und kann mein Wissen hier gut einsetzen.
Cosmó: Wie es sich für eine gute Band gehört, braucht es auch ein Mitglied, das sich gut mit dem Business auskennt und da ist Sandro goldrichtig. Bei Vertragsverhandlungen hat er das richtige Gefühl und weiß genau, was geht und was nicht. Er ist durchsetzungsfähig und organisiert toll. Er hat auch die erste Bandfeier organisiert. (lacht)

Ihr steht aber auch beide gemeinsam auf der Bühne?
Humitsch:
 Bei „Vienna Calling“ am 20. Februar bin ich als Gitarrist auf der Bühne.

Wann hat eigentlich der Traum gestartet, einmal beim Song Contest teilnehmen zu wollen? Und wann habt ihr euch entschieden, es in diesem Jahr zu versuchen?
Cosmó:
 Als Conchita mit „Rise Like A Phoenix“ gewonnen hat, habe ich die ganze Show daheim mit Lego nachgebaut und man hört das Lied im Hintergrund. Mein Bruder hat das gefilmt und dieses Video haben wir zum ORF geschickt. (lacht) Ich glaube, der Traum begann mit sechs oder sieben Jahren, so genau weiß ich das gar nicht mehr. Ich begann zu visualisieren und manifestieren, wie ich auf einer Bühne stehe und dass Conchita das als Person aus Österreich so geschafft hat, hat mir viel Mut gegeben. Jetzt hat uns JJ die Show wieder gewonnen und ich könnte mit der Bim in die Stadthalle fahren. (lacht)

Cosmó und Humitsch im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein
Cosmó und Humitsch im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein(Bild: Imre Antal)

Im Endeffekt haben 520 Bewerberinnen und Bewerber versucht, in die Vorausscheidung „Vienna Calling“ zu kommen. Du bist unter den letzten zwölf gelandet, was schon einmal ein Riesenerfolg ist. Was hast du gefühlt, als du von der Entscheidung erfahren hast?
Cosmó:
 Ich habe drei Tage vor der offiziellen Presseaussendung davon erfahren und gleich mal Sandro angerufen, der gerade im Fitnessstudio war. Zehn Minuten davor bin ich aufgewacht, dann habe ich erst einmal Musik aufgedreht und eine halbe Stunde lang in meinem Zimmer getanzt. Es war ein Mega-Gefühl. Uns gibt es so gerade einmal drei Jahre und dann haben wir schon Chancen auf einen Platz beim Song Contest, das ist ein unglaublicher Erfolg. Alles, was jetzt noch kommt, ist Draufgabe. Mit diesem Mindset gehen wir in die Show am 20. Februar.

Apropos Tanzen – das Lied, mit dem ihr beim ESC antreten wollt, heißt „Tanzschein“. Kannst du uns verraten, worum es da geht?
Cosmó:
 Der Hintergrund ist folgender: Mit 16 war ich das erste Mal mit Freunden in Wien fort und ich hatte für den Club, in dem wir waren, extrem hohe Erwartungen. Meine Mama hat mir erzählt, in den 80er-Jahren waren dort alle extravagant und individuell gekleidet und es wurde freudig getanzt. Dann gingen wir rein und ich war baff, weil alle schwarz gekleidet waren, fad herumstanden und auf Partnersuche waren. Ich stach aus der Menge raus und wurde komisch angeschaut. „Tanzschein“ ist eine Einladung dazu, dass es in einem Club wieder ums Tanzen gehen soll, dass man respektvoll miteinander umgeht und alle so lässt, wie sie sind.

Steckt dahinter auch der kleine Hinweis, dass die jüngere Generation wieder vermehrt weggehen sollte?
Cosmó:
 Wenn man nicht dem übermäßigen Alkoholkonsum frönt, sondern einfach Spaß hat und mit Freunden tanzt, ist das ein wunderbarer Ort, um hinzugehen und Zeit zu verbringen.

Hast du im Laufe der Jahre auch bessere Erlebnisse in Clubs gehabt?
Cosmó:
 Zum Glück schon. Es sind nicht alle Clubs so wie der, der mich zum Lied inspiriert hat. Ein Tanzschein ist jedenfalls so wie ein Führerschein zum Fortgehen. Den kriegt man nur, wenn man tanzen möchte. Man muss also etwas vorführen, um ihn sich zu verdienen - näheres findet man dann auf meinem Instagram-Kanal.

Ich nehme an, auch die Bühnenperformance hat am 20. Februar etwas damit zu tun. Inwieweit habt ihr schon überlegt, wie ihr dieses Lied in der Show performativ umsetzen wollt?
Cosmó:
 Wir legen sehr viel Wert auf die Performance und arbeiten hart daran. Wenn man den Song das erste Mal gehört hat, schürt er hohe Erwartungen und denen müssen wir gerecht werden. Wir wollen die Sau rauslassen und die größte Party der Welt feiern. Wir haben Tänzer auf der Bühne und in meiner Wunschvorstellung gibt es ganz viele LED-Lichter – wir werden auf jeden Fall alles geben. Es wird definitiv keine Ballade sein, in der ich versuche, Tränen aus den Menschen herauszuwringen. Idealerweise tanzen alle Menschen im Mai in der Wiener Stadthalle mit uns mit.

Steckbrief

Name: Cosmó (Benjamin Gedeon)

Mein Song für den ESC: „Tanzschein“

Herkunft: Burgenland

Musikalisches Idol: Billie Eilish

Liebster heimischer Song-Contest-Teilnehmer: Conchita Wurst – ich habe sie als Kind damals angehimmelt

Liebster ESC-Song: „Waterloo“ von ABBA (Siegerlied 1974)

Diesen Platz hole ich beim ESC für Österreich: Dabeisein ist alles!

Habt ihr dieses Lied bewusst für den Song Contest geschrieben?
Cosmó:
 Ja, denn ESC-Songs sind ganz speziell und ich wollte nicht irgendeinen nehmen. Man hört sich den „Tanzschein“ sicher nicht bei einem gemütlichen Abendessen an, aber diesen Anspruch hat das Lied auch nicht. Beim Song Contest kann man seiner Kreativität komplett freien Lauf lassen und wir haben verschiedene Genres miteinander kombiniert. Es gibt einen opernhaften Teil, etwas Funk und viel Techno und Disco. Jeder kommt dabei auf seine Kosten.

Ist der Song Contest die richtige Plattform, um großspurig zu denken?
Cosmó:
 Genau. Wann, wenn nicht hier?

Der Bewerb wird auch politischer als je zuvor – inwiefern beeinflusst dich das als Künstler?
Cosmó:
 Wir sind Musiker und für die Musik zuständig. Unser Ziel ist es, die Menschen zu begeistern, für das Grellbunte zu sorgen. Ich hoffe, dass der Fokus vom Politischen wieder stärker zum Musikalischen zurückkommt. Dass wir uns allgemein in schwierigen Zeiten befinden, hat mich zum Song inspiriert, deshalb wollte ich auch einen fröhlichen Tanz-Song schreiben. Viele sehnen sich nach Leichtigkeit und einem Gefühl von Gemeinschaft. Das will der „Tanzschein“ auch vermitteln, dass man eine Nacht hat, wo man loslassen kann.

Ist die Musik für dich selbst ein Fluchtpunkt aus der Realität? 
Cosmó:
 Auf jeden Fall. Ich studiere derzeit Zahnmedizin und bin froh, wenn ich mich von der Gallenblase und dem Basalganglien-System entfernen kann. (lacht) Cosmó ist auch nicht Benjamin Gedeon, sondern ein Charakter, in dem ich mich als Benjamin künstlerisch ausleben und mich so präsentieren kann, wie ich gerne möchte. Ich weiß nicht, ob ich mich im Alltag so verhalten würde wie auf der Bühne, das wäre vielleicht ein bisschen zu viel.

Wie bist du auf den Künstlernamen gekommen und was steckt alles dahinter?
Cosmó:
 Cosmó kommt von „Cosmopolitan“, also von weltoffen. Ich wollte mit meiner Musik immer meine eigene Welt erschaffen und während der Charakter fiktiv wirkt, ist es die Musik dazu nicht. Die Inhalte basieren auf meinem Leben und den Erfahrungen, Gefühlen und Problemen, die damit miteinhergehen. Auf der Bühne ist Cosmó ein bisschen crazy, hüpft wild herum und tanzt, aber im Alltag bin ich ein eher ruhiger Mensch.
Humitsch: Auf der Bühne ist Benjamin viel extrovertierter. Sie ist ein Ort, auf der er alles verarbeiten kann, was ihm in seinem Leben so passiert und es ist schön zu sehen, wie er darauf aufblüht.

Du trittst mit einem Stern als Make-Up auf deinem Gesicht in Szene. Ist das eine Hommage an David Bowie oder KISS-Gitarrist Paul Stanley?
Cosmó:
 Ich wollte mir einfach irgendwas ins Gesicht schmieren, weil der ESC der perfekte Ort dafür ist. Dort kann man so sein, wie man ist und braucht sich nicht verstellen – es gibt überhaupt keine Begrenzungen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich zu weit in die Sterne schaue und dann dachte ich mir, dass so ein Stern überm Auge ganz cool wäre. Ich kam schnell drauf, dass das nichts Neues ist, aber man kann das Rad heute ohnehin nicht mehr neu erfinden.

Was macht den Song Contest für dich persönlich so besonders und magisch?
Cosmó:
 Zum einen einmal die Größe des Bewerbs, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann. 200 Millionen Zuschauer sind eine unfassbare Zahl, andererseits ist der ESC die perfekte Plattform für einen Durchbruch. Man kennt die Erfolgsgeschichten von ABBA oder Conchita. Das sind Momente, wo es um alles geht und wo sich dein Leben innerhalb von drei Minuten für immer verändern kann. Das finde ich einfach heftig.

Das Äußere verrät, dass bei Name: Cosmó definitiv Party angesagt ist.
Das Äußere verrät, dass bei Name: Cosmó definitiv Party angesagt ist.(Bild: Imre Antal)

Dass ein Land seinen Titel verteidigt, kommt so gut wie nie vor. Jetzt könnte man natürlich fragen – was willst du beim Song Contest, wenn die Siegeschance nicht vorhanden ist?
Cosmó:
 Ich sehe das anders. Man könnte nur in dem Sinne verlieren, als dass man eine Performance aufs Parkett legt, mit der man nicht zufrieden ist oder wo man nicht alles gegeben hat. Eine erfolgreiche Performance ist für mich eine, die die Leute beeindruckt. Auch der letzte Platz wäre strenggenommen egal, denn schon allein, dass man bei dem Bewerb am Ende dabei ist, bedeutet, dass man in Europa zu den 30 bis 40 besten gehört – das sehe ich eher als Riesenerfolg.

Bei „Vienna Calling“ stimmen eine Jury und das Publikum ab. Kommt dir da eine gute Performance gelegen?
Cosmó:
 Das ist unser Erfolgsrezept, andere haben sicher andere Stärken. Unser Fokus liegt am Tanzen und Mittanzen. Wir probieren, das Publikum miteinzubeziehen und die Leute davon zu überzeugen, dass sie auch ein Teil der größten Party der Welt sein werden.

Gibt es eigentlich Glücksbringer oder bestimmte Marotten?
Humitsch:
 Seit unserem ersten Auftritt im Café Carina trage ich meine Beatles-Socken bei jedem Konzert, die sind ein absoluter Fixpunkt. (lacht)
Cosmó: Wenn wir den Segen der Beatles haben, kann kaum noch was danebengehen.

Welche musikalischen Pläne verfolgt ihr außerhalb der großen Chance, für Österreich am Song Contest teilzunehmen?
Cosmó:
 Das ist eine gute Überleitung, denn hier im Studio im 16. Wiener Gemeindebezirk entsteht gerade mein erstes Album. Letzten Sommer begann ich mit Produzent und Garish-Musiker Max Perner zusammenzuarbeiten. Er ist ein wunderbarer Mensch, der mich auf einiges aufmerksam machte. Ich kam zu ihm mit englischen Songs im Classic Rock-Stil und er meinte, ich solle meiner Kreativität einfach freien Lauf lassen, weshalb ich begann, auf Deutsch zu schreiben. Das begann letzten Sommer, aber daraus entstanden schon viele Nummern. Sandro sagt, es seien Songs, die mir am ähnlichsten sind. Es sind in jedem Fall die persönlichsten, die ich bislang geschrieben habe. Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, aber man kann sich schon so einiges vom Projekt erwarten.

Gibt es ein ganz besonderes Idol aus der Song Contest-Historie, dem du nacheiferst?
Cosmó:
 Ich habe schon öfters gehört, ich würde ähnlich klingen und ausschauen wie Udo Jürgens. Zumindest haben mir das ein paar Nachbarn von daheim aus Halbturn gesagt. (lacht) Es klingt ein bisschen cheesy, aber ich stelle mir vor, wo ich im Mai auf dieser Bühne stehe, mit der riesigen LED-Wand, die sich nach oben biegt, und ich dann mein Lied zum Besten gebe. Ich jage immer einem Ich hinterher, das in der Zukunft liegt. Einem Ich, das in sechs Monaten oder einem Jahr stattfindet. Alles, was ich will, ist immer ein bisschen außer Reichweite.

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