„Wollen wir nicht“

Wegen China: Trump legt gegen Kanada nach

Außenpolitik
01.02.2026 08:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Klima zwischen den USA und Kanada wird immer schlechter. Die kanadische Führung sucht nun Zuflucht in China. Das verleitet US-Präsident Donald Trump wiederum eine noch schärfere Rhetorik an den Tag zu legen.

Trump hat seine Drohung gegen Kanada bekräftigt, mit einer „sehr substanziellen“ Reaktion zu antworten, sollte das Land ein Handelsabkommen mit China abschließen.

„Wir wollen nicht, dass China Kanada übernimmt“, sagte Trump am Samstag (Ortszeit). Trump hatte bereits in der Vorwoche erklärt, er werde Zölle von 100 Prozent auf kanadische Waren verhängen, sollte das Land ein solches Abkommen umsetzen. In Kanada sorgte wiederum für Aufregung, dass die USA wohl Separatisten in der Provinz Alberta unterstützen wollen.

Die Äußerungen vom Samstag sind die jüngste Eskalation in einer Reihe von Drohungen. Bereits am Donnerstag hatte Trump mit Strafzöllen von 50 Prozent auf alle in Kanada gefertigten Flugzeuge gedroht. Zudem kündigte er an, die Zertifizierung für Maschinen des Flugzeugbauers Bombardier und anderer Hersteller entziehen zu wollen.

Trump begründete dies damit, dass Kanada sich weigere, mehrere Flugzeugtypen des US-Konkurrenten Gulfstream zuzulassen.

Luftfahrtbranche und Gewerkschaften warnen
Branchenvertreter und Gewerkschaften warnten vor gravierenden Folgen einer solchen Maßnahme. US-Fluggesellschaften wie American Airlines und Delta Air Lines setzen für viele ihrer Regionalverbindungen auf in Kanada gebaute Maschinen. Zudem ist unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage Trump die Zulassungen entziehen könnte, da dies Aufgabe der US-Luftfahrtbehörde FAA ist. Deren Vorschriften erlauben einen solchen Schritt aus Sicherheitsgründen, nicht jedoch aus wirtschaftlichen Gründen.

Die neuen Drohungen fallen in eine Zeit größerer Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern. Der kanadische Premierminister Mark Carney drängt angesichts der US-Handelspolitik auf eine größere Unabhängigkeit von den USA. Vergangene Woche hatte er mit Blick auf die Politik der USA ein Ende der regelbasierten Weltordnung beklagt und andere Staaten zu Partnerschaften aufgerufen, um dem entgegenzuwirken.

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