Gewalt in Albanien

Proteste gegen Korruption eskalieren: Verletzte

Ausland
11.02.2026 09:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dienstagabend ist es in der albanischen Hauptstadt Tirana zu schweren Ausschreitungen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Tausende Menschen forderten auf dem Hauptplatz den Rücktritt der stellvertretenden Ministerpräsidentin, der Korruption vorgeworfen wird.

Demonstranten warfen Molotowcocktails und Steine auf ein Regierungsgebäude, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Mindestens 16 Polizeibeamte seien verletzt und 13 Menschen festgenommen worden, teilte die albanische Polizei mit.

Die wütenden Demonstranten attackierten mit Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern den Sitz des ...
Die wütenden Demonstranten attackierten mit Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern den Sitz des Ministerpräsidenten.(Bild: AP/Hameraldi Agolli)

Druck auf Regierungschef Rama wächst
Die Unruhen sind die jüngsten in einer Reihe gewaltsamer Proteste, die die seit 2013 andauernde Herrschaft von Ministerpräsident Edi Rama zunehmend gefährden. Angestachelt werden die Proteste von Oppositionsführer Sali Berisha. Er ist ehemaliger Ministerpräsident und Vorsitzender der rechtsgerichteten Demokratischen Partei. 

Die politischen Spannungen hatten sich im Dezember verschärft, nachdem eine Sonderstaatsanwaltschaft Anklage gegen Vizeministerpräsidentin Belinda Balluku erhoben hatte. Ihr wird zur Last gelegt, sich in öffentliche Ausschreibungen für große Infrastrukturprojekte eingemischt und bestimmte Unternehmen bevorzugt zu haben. Balluku weist die Anschuldigungen zurück. Rama bezeichnete ihre Suspendierung als „brutalen Eingriff in die Unabhängigkeit der Exekutive“.

Korruptionsvorwürfe auch gegen Oppositionschef
Berisha selbst wird ebenfalls beschuldigt, öffentliche Aufträge an seine Vertrauten vergeben zu haben. Er streitet dies jedoch vehement ab. Er hat für den 20. Februar zu weiteren Protesten aufgerufen. Korruption und organisierte Kriminalität sind eine zentrale Hürde für den von Albanien angestrebten EU-Beitritt.

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