Fr, 22. Juni 2018

Zwischen den Welten

07.07.2014 18:59

BMW M235i: Was ihn zum Propheten für den M2 macht

Der BMW M235i ist ein großes Versprechen, nämlich das auf einen kommenden BMW M2. Daher muss er nicht die Bürde des "1er M Coupé"-Nachfolgers tragen (auch wenn sie ihm oft umgehängt wird) und kann sich ganz entspannt als das zeigen, was er ist: eine sehr gelungene, sehr sportliche Version des 2er-Coupés.

Und eine emotionale noch dazu, denn der Dreiliter-Sechszylindermotor ist genau das, wofür wir BMW so lieben. Er klingt, wie ein BMW klingen muss, und man erkennt ihn sofort blind. In Zeiten wie diesen, wo irgendwie alles gleich klingt, bin ich dafür richtig dankbar. Und solange BMW in der kleinsten Baureihe (es gibt ihn ja auch im 1er) so etwas im Programm hat, mache ich mir wegen Dreizylindern und Vierzylindern mit teils nicht so feinem Motorsound noch nicht wirklich Sorgen. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass auch im M235i der Sound über die Lautsprecherboxen aufgepeppt wird.

Für den 2er haben die Münchner noch ein paar Extra-PS herausgekitzelt, 326 sind es jetzt. Doch der Zweitürer schiebt vor allem mit seinem gewaltigen Drehmoment von unten heraus an. Ab 1.300 Touren wuchten sich 450 Nm ins Kreuz, was die Hinterreifen bisweilen auf eine harte Probe stellt. Aber zum einen gibt es das zweistufig abschaltbare DSC, zum anderen wird es den M235i ab Sommer auch mit xDrive geben.

Wer das Pedal durchdrückt und die Launch Control aktiviert hat, erreicht mit dem 1.470-kg-Coupé in 4,8 Sekunden (mit Achtgangautomatik; Handschalter 5,0 s) den Hunderter. Weil die Kraft besser auf den Boden kommt, wird der Allradler das dann noch zwei Zehntel schneller schaffen, trotz des um 75 kg höheren Gewichts. Das Höchsttempo wird bei 250 km/h abgeregelt, der Normverbrauch liegt bei 8,1 l/100 km.

Dezente Sportlichkeit
Natürlich ist die Optik M-würdig, allerdings bei Weitem nicht so deutlich wie beim seligen 1er M-Coupé. Blaue Bremssättel verweisen auf die M-Sportbremsanlage, größere Lufteinlässe in der etwas aggressiveren Front auf erhöhten Kühlluftbedarf und eine dezente Heckspoilerlippe auf ebensolche Sportlichkeit.

Man merkt, dass man es bei BMW ernst meint mit dem M235i, ohne dem M2 etwas vorwegzunehmen. Die Ambitionen merkt man vor allem am Fahrwerk, das so hart abgestimmt ist, dass man es der Schwiegermutter nicht antun möchte. Insgesamt ist der M235i so etwas wie ein Wandler zwischen den Welten: unvergleichlich sportlicher als die zahmen Kollegen, aber mindestens ebenso weit von dem entfernt, was man sich vom M2 erwartet. Wir werden sehen, wie der dann mit der Bürde der hohen Erwartungen umgeht. Einen Vorteil wird er jedenfalls haben: Er muss nicht kompliziert "2er M Coupé" heißen.

Zu haben ist der BMW M235i ab 52.000 Euro. Der Testwagen kommt mit Extras (Achtgang-Sportautomatik, Leder, Navi etc.) auf 60.877 Euro, wobei Xenonscheinwerfer und Parksensoren serienmäßig sind.

Warum?

  • Dieser Motor!
  • Emotionaler Gassenheizer mit guten Alltagsqualitäten

Warum nicht?

  • Je nach Herangehensweise könnte er zu sportlich oder zu wenig sportlich sein

Oder vielleicht …

… auf den M2 warten – oder nach einem gebrauchten 1er M-Coupé Ausschau halten.

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