Auf der Mariazeller Bürgeralpe läuft nach zwei schweren Unfällen am selben Tag an derselben Stelle die Ursachenforschung auf Hochtouren. Neue Spezialgeräte sollen für mehr Sicherheit sorgen, Bergretter appellieren aber auch an die Eigenverantwortung.
„Wir sind sehr betroffen und hoffen, dass die Verunglückten rasch genesen“, sagt Johann Kleinhofer. Der Geschäftsführer der Bergbahnen Bürgeralpe GmbH kommt gerade von einer Streckenbegehung, als wir ihn am Samstag am Telefon erreichen. Am Vortag ereigneten sich wie berichtet gleich zwei schwere Unfälle mit drei Verletzten – darunter zwei Kinder – in dem obersteirischen Ausflugsgebiet.
Mittelschwere Bedingungen
Dass die Rodler beinahe an derselben Stelle von der Bahn abkamen, könne man sich nicht erklären: „Es hatte an diesem Tag null bis ein Grad, der Schnee war hart, aber es war nicht eisig“, fasst Kleinhofer zusammen. Die Unfallkurve wäre nicht gefährlicher als andere: „Die Rodelstrecke ist als mittelschwer einzustufen und mit 1,8 Kilometer relativ lang.“ Neue Warnschilder oder Netze anzubringen, hätte man sich „natürlich überlegt“ – nur: „Dann müsste man wirklich vor jeder Kurve eine Tafel aufstellen.“
Heuer ist die Situation besonders gefährlich, da in den Sturzräumen der Schnee fehlt. Kinder sollten unbedingt Helm tragen und hinter einem Erwachsenen sitzen.

Johann Kleinhofer, Mariazeller Bürgeralpe
Bild: PASHKOVSKAYA
Rodeln erfreut sich zunehmender Beliebtheit, vom Semmering bis zum Salzstiegl werden Besucherrekorde verzeichnet. Auch auf der Bürgeralpe sei die Frequenz heuer deutlich gestiegen. Nicht alle Gäste seien jedoch ausreichend ausgerüstet, warnt Peter Tributsch, Ortsstellenleiter der Bergrettung Mariazellerland: „Festes Schuhwerk ist Pflicht. Helm und Rückenprotektoren sollten ebenfalls Standard sein.“ Zudem müsse man das eigene Können realistisch einschätzen und die aktuellen Bedingungen berücksichtigen.
Pilotprojekt mit neuer Technik
Für mehr Sicherheit setzt die Bürgeralpe jetzt auf neue Technik. „Wir haben bereits vor drei Jahren gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ein Pilotprojekt mit Schlitten mit Handbremsen gestartet“, erklärt Kleinhofer. Nun würde man alle austauschen. Gerade auf Kunstschnee, der kompakter sei als Naturschnee, ermögliche das eine deutlich bessere Bremsleistung. Vorsicht bleibe dennoch geboten, betont Kleinhofer: „Vor allem in dieser Saison, in der in den Sturzräumen oft Schnee fehlt.“
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