Waffenruhe gebrochen?

Trump lobt Putin: „Er hat sein Wort gehalten“

Außenpolitik
04.02.2026 21:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Trotz erneuter heftiger Luftangriffe auf Kiew, Charkiw und andere ukrainische Städte gab es aus dem Weißen Haus Lob für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. US-Präsident Donald Trump zeigte sich zufrieden über die „Einhaltung“ der mit Putin „vereinbarten Teilwaffenruhe“.

Tatsächlich hatte Trump am 29. Jänner verkündet, Putin habe seiner Bitte um eine begrenzte Waffenruhe von einer Woche zugestimmt – ohne dabei auszuführen, ab wann dieser Verzicht gelten solle. Am Dienstag (Ortszeit) macht der US-Staatschef dann vor laufenden Kameras klar, dass er in den jüngsten russischen Luftangriffen dennoch keinen Verstoß gegen die Absprache sehe. Denn diese hätte nur bis vergangenen Sonntag gegolten. „Wir nehmen alles, was wir bekommen, denn es ist wirklich kalt da drüben“, führte Trump vor Korrespondenten im Weißen Haus weiter aus.

Ein nach russischen Bombardierungen abgeriegeltes Wohnhaus in Kiew
Ein nach russischen Bombardierungen abgeriegeltes Wohnhaus in Kiew(Bild: APA/AFP/Vladyslav Musiienko)

Selenskyj beklagt „Rekordzahl eingesetzter Raketen“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederum warf Moskau einen Verstoß gegen die von Trump erwirkte Teilwaffenruhe vor. „Es war ein Vorschlag der USA, während der diplomatischen Verhandlungen und bei solch kaltem Winterwetter die Angriffe auf die Energieversorgung einzustellen“, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Russland habe auf diese persönliche Bitte Trumps mit einer Rekordzahl eingesetzter Raketen reagiert.

Gespräche in Abu Dhabi gehen weiter
Der ukrainische Präsident verlangte eine Reaktion aus Washington. Er kündigte auch eine veränderte Haltung seiner Unterhändler in Abu Dhabi an, ohne Details zu nennen. Absagen kann die Ukraine die Gespräche mit der russischen Seite unter der Aufsicht der USA nicht, weil sie für künftige Sicherheitsgarantien auf Trumps Wohlwollen angewiesen ist. Nichtsdestotrotz berichtete der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow von „inhaltsreichen und produktiven“ Gesprächen in Abu Dhabi. Am Donnerstag soll es weitergehen, wie ukrainische Medien unter Berufung auf den Nationalen Sicherheitsrat der Ukraine meldeten.

Erneut Millionen Ukrainer bei strengem Frost ohne Strom
In der Nacht auf Dienstag, einer der kältesten des Winters, hatte eine weitere Welle schwerer Luftangriffe Kiew, Charkiw und andere ukrainische Städte getroffen. Erneut mussten Millionen Menschen bei strengem Frost ohne Strom und Heizung auskommen. Die Reparaturarbeiten an dem seit Monaten beschädigten Netz wurden zurückgeworfen. Selenskyj teilte mit, dass auch am Mittwoch in Kiew noch 1100 Wohnblocks ohne Heizung gegeben habe. Moskau stellt die Angriffe als Reaktion auf ukrainische Attacken auf zivile Ziele in Russland dar. 

In der Drei-Millionen-Stadt Kiew hat der neuerliche russische Angriff die Lage für die Bevölkerung noch einmal verschärft. Das Deutsche Rote Kreuz sieht dort zunehmend lebensbedrohliche Zustände. „Bei zweistelligen Minusgraden müssen viele Menschen seit Tagen ohne Heizung und Strom ums Überleben kämpfen“, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit des DRK, Christof Johnen, der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Kälte kann besonders für besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen wie kranke, ältere oder obdachlose Menschen sogar lebensgefährlich werden“, warnte er.

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