„Abzock-Falle“?

Darum existiert dieser 50er im „Niemandsland“

Tirol
07.02.2026 08:00

Eine „Abzock-Falle“ oder gut begründet? Eine Tiroler Lenkerin erhob Einspruch gegen die Strafe in einer eigenartigen 50er-Zone auf der Fernpass-Bundesstraße (B189) bei Mieming. Jetzt rechtfertigen sich Land und Bürgermeister, wie es dazu kam.

Dieser Fall regt auf! Das zeigen Hunderte Online-Kommentare aus ganz Österreich, die auf krone.at binnen weniger Stunden eingingen. Wie berichtet, erhebt die Tirolerin Einspruch gegen eine Strafe von 50 Euro, die wegen ihrer gefahrenen 63 km/h verhängt wurde.

In diesem geraden Abschnitt, außerhalb des Ortsgebietes, ohne Gefahrenstellen, sei das Limit pure Willkür. Auch viele Leser sprechen von „Abzocke“ und dass es gut sei, wenn sich jemand wehre. Andere meinen hingegen, dass man Limits schlichtweg befolgen müsse („selbst schuld“).

Bürgermeister folgte dem Drängen der Anrainer
„Ich verstehe den Unmut der Lenker“, schnauft der Mieminger Bürgermeister Martin Kapeller im „Krone“-Gespräch. Er habe aber auch die andere Seite zu berücksichtigen: „Immer wieder standen Bürger aus Fronhausen bei mir im Büro und klagten, dass der Lärm extrem sei“, schildert der Dorfchef. Vor allem, wenn Lkw oder Motorräder nach der Siedlungsdurchfahrt hier wieder Gas gaben, weil ursprünglich 80 km/h erlaubt waren. Der Lärm wirke halt zurück bis in die Siedlung, auch wenn im 50er-Abschnitt eigentlich kein Haus mehr stehe.

Zitat Icon

Ich verstehe den Unmut der Lenker, aber auch den Unmut wegen des Lärms.

Martin Kapeller, Bürgermeister Mieming

Lärmgutachten mit Empfehlungen
Nach einigem Ringen mit dem Land wurde ein lärmtechnisches Gutachten erstellt. „Das Gutachten empfiehlt die Ausdehnung der 50 km/h-Beschränkung in Richtung Westen“, hieß es. Die BH Imst erließ daher die Verordnung, seit September des Vorjahres steht die berüchtigte Radarsäule.

Anfangs 10.000 Übertretungen pro Monat
„Ich habe mehrere Bekannte, die nicht nur einmal zahlen mussten“, ärgert sich ein Oberländer. Dem Vernehmen nach wurden zunächst bis zu 10.000 Geschwindigkeitsübertretungen pro Monat (!) verzeichnet. Zumindest bei den Einheimischen dürfte sich die Radarsäule inzwischen aber herumgesprochen haben.

Im Hintergrund laufen nun Überlegungen, ob ein baulicher Lärmschutz die Bewohner in Fronhausen dauerhaft schützen könnte. Der Anfang einer neuerlichen schwierigen Debatte?

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