„Das war sehr nett“

Trump: Putin stoppt Kiew-Angriffe für eine Woche

Außenpolitik
29.01.2026 22:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Kreml-Chef Wladimir Putin gebeten, eine Woche lang keine Angriffe auf Kiew zu führen – wegen der extrem niedrigen Temperaturen in der ukrainischen Hauptstadt. Trump sagte am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington, Putin habe dem zugestimmt.

„Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und die anderen Städte zu schießen. Und er hat dem zugestimmt, und ich muss Ihnen sagen, das war sehr nett“, erklärte Trump. Eine offizielle Bestätigung aus Moskau lag zunächst nicht vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte die Erwartung, dass die von Trump angekündigte Aussetzung der Angriffe auch umgesetzt werde. „Wir erwarten, dass die Vereinbarungen umgesetzt werden“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X (vormals Twitter).

Russen verschärften Lage im Winter
Mit Blick auf die Lage der Zivilbevölkerung sagte Trump, die Menschen in der Ukraine hätten „noch nie so unter der Kälte gelitten“. Russland hat in den vergangenen Wochen verstärkt das ukrainische Energienetz bombardiert. Infolge der Angriffe waren Tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen wiederholt ohne Strom und ohne Heizung.

Die russischen Angriffe sind der eigentliche Grund, warum die Kältewelle in der Ukraine so viele ...
Die russischen Angriffe sind der eigentliche Grund, warum die Kältewelle in der Ukraine so viele Menschenleben gefährdet. Für Trump ist Putin dennoch „sehr nett“.(Bild: AFP/JIM WATSON)

Die örtlichen Behörden arbeiten nach eigenen Angaben intensiv daran, die Wärme- und Stromversorgung wiederherzustellen. Der ukrainische Wetterdienst warnte für die kommenden Tage vor extremem Frost mit nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad.

Hunderte Wohnblöcke weiter ohne Heizung
Wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstagabend mitteilte, sind in der Millionenstadt weiterhin mehr als 450 Wohnblöcke ohne Heizung. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien zwar rund 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, dort befinde sich jedoch weiterhin der Großteil der ungeheizten Gebäude.

Bis zu Minus 30 Grad in Kiew erwartet, doch hält die eiskalte Waffenruhe wirklich?
Bis zu Minus 30 Grad in Kiew erwartet, doch hält die eiskalte Waffenruhe wirklich?(Bild: AFP/LOUISA GOULIAMAKI)

Russland hatte seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt zu Jahresbeginn nochmals verstärkt. Großangriffe wurden unter anderem am 9. und 13. Jänner gemeldet. Nach erneuten Angriffen auf Heizkraftwerke am vergangenen Samstag waren zeitweise rund 6000 Wohnblöcke – und damit mehr als die Hälfte Kiews – ohne Fernwärme. Der Stromversorger sah sich zu Notabschaltungen gezwungen. Erst am Donnerstagfrüh konnten wieder planmäßige Stromsperren eingeführt werden, wodurch viele Haushalte zumindest fünf bis acht Stunden Strom pro Tag erhielten.

Weitere Opfer bei Angriffen
Nach jüngsten Behördenangaben wurden am Donnerstag bei russischen Angriffen auf Ziele im Zentrum und im Süden der Ukraine sechs Menschen getötet.

Ukraine will Starlink-Nutzung durch Russland stoppen
Unabhängig davon arbeitet die Ukraine laut Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX zusammen, um den Einsatz des Satelliten-Internetsystems Starlink durch Russland zu unterbinden. Zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, Starlink-Terminals an russischen Langstreckendrohnen gefunden zu haben, die für Angriffe genutzt worden seien.

Ein Berater Fedorows veröffentlichte dazu Bilder in sozialen Medien, die Trümmer russischer Drohnen mit Starlink-Terminals zeigen sollen. Nach seinen Angaben könnte das System zur Steuerung von Drohnen verwendet worden sein, die am Dienstag einen ukrainischen Personenzug trafen. Bei dem Angriff wurden fünf Menschen getötet.

SpaceX erklärte bereits im Februar 2024, keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder deren Militär zu machen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt