„Stimmung angespannt“

Sozialplan für 500 KTM-Beschäftigte ist in Arbeit

Oberösterreich
29.01.2026 18:30

Bajaj Mobility, die Muttergesellschaft des Innviertler Motorradherstellers KTM, konnte seinen Schuldenberg im gerade abgelaufenen Jahr halbieren, steht aber immer noch mit 800 Millionen Euro in der Kreide. Indes wird aktuell ein Sozialplan verhandelt, denn bis Mitte des Jahres sollen 500 Stellen gestrichen werden.

Über dieses Minus werden sich die Verantwortlichen ausnahmsweise freuen: Bajaj Mobility – die Muttergesellschaft des Innviertler Motorradherstellers KTM – hat ihre Nettoverschuldung laut vorläufigen Zahlen von 2025 halbiert. Allerdings stehen, wie berichtet, immer noch knapp 800 Millionen Euro Schulden zu Buche.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2025 ist trotz eines Umsatzrückgangs von 46 Prozent auf rund eine Milliarde Euro mit 590 Millionen Euro sogar klar positiv. Grund dafür ist der sogenannte Sanierungsgewinn aus dem Insolvenzverfahren. Ein solcher Gewinn entsteht dann, wenn Schulden im Zuge einer Sanierung erlassen werden. Bei KTM waren das 70 Prozent der angemeldeten Gläubigerforderungen – am Ende entstanden so 1,2 Milliarden Euro Sanierungsgewinn.

Der Umsatz der KTM-Mutter sank auf eine Milliarde Euro.
Der Umsatz der KTM-Mutter sank auf eine Milliarde Euro.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

„Unsicherheit bei den Beschäftigten“
„Im Jahr 2026 steht die konsequente Fortführung des eingeschlagenen Sanierungskurses im Vordergrund“, sagt CEO Gottfried Neumeister. Ob damit auch ein weiterer Personalabbau nicht ausgeschlossen werden kann, wollte das Unternehmen nicht beantworten.

Bis Mitte des Jahres will KTM, wie berichtet, jedenfalls 500 Stellen abbauen, vor allem in Verwaltung und Management. „Wir leben in Zeiten, in denen es am Arbeitsmarkt und mit der Teuerung schwierig ist – das löst natürlich Unsicherheit bei den Beschäftigten aus“, sagt Wolfgang Gerstmayer, Chef der Gewerkschaft GPA Oberösterreich.

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Die Stimmung ist natürlich sehr angespannt, weil jeder darauf wartet: Was passiert jetzt? 500 ist eine extreme Zahl.

Wolfgang Gerstmayer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA OÖ

Sozialplan soll bis Mitte Februar fertig sein
Der Arbeitsmarkt für Industriejobs sei im Innviertel „nach wie vor angespannt“, so Gerstmayer. Gesucht werde hingegen in Gesundheitsberufen oder der Elementarpädagogik. Deshalb will die Gewerkschaft von der Kündigung Betroffene hinsichtlich eines möglichen Jobwechsels beraten.

Zudem wird derzeit mit dem Unternehmen ein Sozialplan verhandelt: „Wir sind in konstruktiven Gesprächen, beide Seiten sind sich der schwierigen Situation bewusst, es ist gelebte Sozialpartnerschaft“, sagt Gerstmayer. Bis Mitte Februar sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein – erst dann erfahren die Beschäftigten bei KTM, wer von den Kündigungen betroffen ist.

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