Einen „dreckigen Deal“ orteten die Grünen rund um die Zulagenerhöhung für Personalvertreter – immerhin schnürte man dafür den Lohnabschluss für den öffentlichen Dienst wieder auf. Die Grünen fordern nun, das rückgängig zu machen.
Noch immer sorgt die jüngst bekannt gewordene Erhöhung der Zulagen für Personalvertreter im öffentlichen Dienst für Kopfschütteln. Freigestellte Personalvertreter bessern sich, wie berichtet, zum Teil mit fiktiven Zulagen und Karrieresprünge, die sie gemacht hätten, wären sie keine Personalvertreter, ihr Gehalt enorm auf – bis zu 3500 Euro!
In einem Abänderungsantrag habe die Regierung diese „ungerechte Regelung“ versteckt, kritisieren die Grünen in einer Pressekonferenz. Die stellvertretende Klubobfrau Sigi Maurer will nun eine Rücknahme dieser Zulagenerhöhung: „Tausende Menschen, die Tag für Tag alles geben, zahlen drauf, nur damit sich einige wenige Spitzenfunktionäre die Taschen füllen.“ Besonders in den Fokus nimmt die Grüne Politikerin die Berufsgruppe der Lehrer.
Das Lehrpersonal würde sich laut den Grünen zu Recht von der Gewerkschaft verkauft fühlen – immerhin verdienen freigestellte Personalvertreter mehrere Tausend Euro mehr als jene Lehrer, die selbst im Klassenzimmer stehen, Ausflüge organisieren, als Klassenvorstand Verantwortung übernehmen, für die Kinder ein offenes Ohr haben und vieles mehr.
Die Regierung hat sich auf diesen dreckigen Deal eingelassen. Es gehört endlich Licht in die Sache.
Sigi Maurer, stv. Klubobfrau der Grünen
„Personalvertreter leisten wichtige Arbeit – egal ob in der Privatwirtschaft oder in der Schule. Sie leben vom Vertrauen in ihre Arbeit. Wer aber solchen Tauschgeschäften zustimmt, schadet der Sache. Das sollte allen klar sein“, betont Bildungssprecher der Grünen Wien, Felix Stadler, der selbst Lehrer ist.
Auch wenn die Arbeit wichtig ist, empfindet man es dennoch als ungerecht, dass Personalvertreter derart viel mehr verdienen, als das Lehrpersonal selbst. Die Grünen werden in der kommenden Sitzung des Nationalrats einen Antrag auf Rücknahme dieser „ungerechtfertigten Zulagenerhöhung“ einbringen.
Auch 14 parlamentarische Anfragen wurden von den Grünen vorbereitet, um genauere Zahlen zu den Auswirkungen der Zulagenerhöhung zu bekommen. „Es ist ein undurchsichtiges Dickicht. Wir erwarten uns, dass auf den Tisch gelegt wird, was da ausgedealt wurde“, so Maurer.
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