Es war ein wirklich interessanter Bericht in der „ZiB 2“. Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst hatte sich im Oktober auf den neu verhandelten Gehaltsabschluss geeinigt. Gleichzeitig wurde ein neues Zulagensystem vom Nationalrat abgesegnet. Die Grünen sehen darin – zu Recht – eine „schiefe Optik“.
Hohe GÖD-Funktionäre dürfen jetzt nämlich – gesetzlich abgesegnet! – eine monatliche Zulage bis zu 3000 Euro erhalten. Der Beschluss im Nationalrat hat mich nicht erstaunt. Dass die Grünen ihn erst jetzt kritisieren, lässt mich allerdings ratlos zurück. Informieren sich Abgeordnete etwa nicht, bevor sie im Nationalrat abstimmen? „In der Form wäre es nicht klar gewesen“, verteidigte sich Bildungssprecher Stadler.
Als ehemalige Gewerkschafterin ist mir klar, dass Personalvertreter Freistellungsstunden für ihre Arbeit brauchen. Vor allem, wenn sie einen großen Bezirk betreuen. In meinem Fall waren dies vier Stunden weniger Unterrichtsverpflichtung. Zulagen habe ich keine bekommen.
Warum auch? Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die selbstverständlich keine beruflichen Nachteile, auch nicht finanziell, zur Folge haben darf. Lese ich aber von Zulagen in dieser Höhe, frage ich mich: Hat das tatsächlich noch etwas mit einem Ehrenamt zu tun?
Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Lehrer und Schulleiter im Schulalltag ausbrennen. Es gibt einiges, was Gewerkschafter für „ihre Leute“ erkämpfen sollten. Die eigenen Zulagen kommen wohl an letzter Stelle.
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