Er wurde einst gefeiert als junger Wiener Immobilienunternehmer – bis 2024 das ganze Konstrukt zusammenfiel. Ähnlich wie bei Rekordpleitier René Benko. Lukas Neugebauer häufte einen Schuldenberg von 147 Millionen Euro an. Und trotzdem lebte er im Luxus. Dafür wurde er im Landl jetzt nicht rechtskräftig verurteilt.
Manche scheinen den Hals einfach nicht voll zu bekommen: Seine Immobilienfirma war längst insolvent, ein Masseverwalter kümmerte sich um die Gelder. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelte bereits. Und trotzdem lebte der Millionenpleitier Lukas Neugebauer weiter im Luxus. Im Landl sitzt er wegen betrügerischer Krida.
Luxus mit ausländischen Konten bezahlt
Es geht um Luxusurlaube auf den Malediven und in Dubai, Nobelrestaurant- und Club-Besuche in Wien und Einkäufe bei Hermes, Cartier und Tiffany – alles, was man eben nicht machen sollte, wenn man in Privatinsolvenz ist. Die Zahlungen flossen über zwei ausländische Konten – die LNR-Immobilien-Gruppe buchte dort weiterhin Geld hin.
Geld vor Masseverwalter verheimlicht
Mit der Firma, die mittlerweile von Neugebauers Vater geführt wird, hätte der 33-Jährige aber eine Darlehnsvereinbarung gehabt. Die zwei Konten seien nur zur Verrechnung von Firmenzahlungen gewesen – Dienstreisen, Investorengeschenke, dienstliche Essen und mehr. „Er wäre gut beraten gewesen, das vorher mit seinem Massenverwalter zu klären“, so die Oberstaatsanwältin am zweiten Prozesstag. Denn der wusste von den Konten im Ausland nichts.
Der „Mini-Benko“ – so sein Spitzname in der Branche – soll zwischen 27. Oktober und Weihnachten 2024 insgesamt 145.000 Euro den Gläubigern vorenthalten haben. Und das befindet auch der Schöffensenat: Neugebauer wird zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt – nicht rechtskräftig.
Das dürfte aber nicht der letzte Prozess des ehemaligen Wiener Immobilienmoguls im Wiener Landl gewesen sein: Denn die WKStA ermittelt weiterhin gegen den 33-Jährigen. Der seinen Spitznamen „Mini-Benko“ nicht umsonst hat, denn die Vorwürfe sind jenen gegen den Rekord-Pleitier sehr ähnlich. Auch Lukas Neugebauer soll mit zu teuer bewerteten Objekten Kredite erschlichen haben – der Schaden soll mehr als 140 Millionen Euro betragen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.