Die Parallelen zu Rekord-Pleitier René Benko sind unverkennbar: Der ehemalige Wiener Immobilienmogul soll ebenfalls mit zu teuer bewerteten Objekten Kredite erschlichen haben. Die WKStA ermittelt. Jetzt sitzt er im Landl, weil er trotz Insolvenz weiter im Luxus gelebt haben soll. Er spricht von Ausgaben für die Immobilienfirma.
Einst im unbezahlbaren Lamborghini, mit Rolex am Handgelenk, sitzt der ehemalige Wiener Immobilienmogul Lukas Neugebauer jetzt auf der Anklagebank im Landl. Behalten hat er sich einen Luxus-Gürtel von Hermes – wohl ein Relikt aus besseren Tagen. Denn seit 23. Oktober 2024 ist der 33-jährige Ex-Chef der LNR-Gruppe in Konkurs. Die Gläubiger haben mittlerweile über 147 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, 80 Millionen wurden von dem „Mini-Benko“ – so sein Spitzname – anerkannt. „Im Konkursverfahren ist man zu einem bescheidenen Leben verpflichtet“, erklärt die Vertreterin der WKStA.
Trotz Insolvenz Malediven, Hermes und Party-Nächte
Und der Wiener Immobilienpleitier soll genau das Gegenteil gemacht haben. Zwischen 27. Oktober und Weihnachten 2024 soll er insgesamt 145.000 Euro von zwei ausländischen Konten auf den Putz gehauen haben – für Reisen nach Dubai und auf die Malediven, für Einkäufe bei Hermes, Cartier und Tiffany oder für wilde Nächte in Wiener Szene-Clubs. Die Korruptionsjäger klagen betrügerische Krida an: „Er verwendete die Konten, um seinen luxuriösen Lebensstil zu bestreiten. Das Geld hätte verwendet werden müssen, um Gläubiger zu bezahlen.“
Das sieht Lukas Neugebauer naturgemäß ganz anders. So hätte er mit der LNR-Gruppe, ihren Sitz hat das Unternehmen im ehemaligen Novomatic-Forum, weiterhin ein Anstellungsverhältnis. Und eine sogenannte Management-Vereinbarung mit einem Darlehen über 350.000 Euro. Die Immobilienfirma, die mittlerweile von seinem Vater und seinem ehemaligen Anwalt geführt wird, würde ihm für Beratungstätigkeiten monatlich Geld zahlen, ein Teil wird aber gleich für die Darlehnsrückzahlung einbehalten.
Das geht weit über das hinaus, was für eine bescheidene Lebensführung notwendig ist.
Vertreterin der WKStA
Zahlungen waren überwiegend dienstlich
Die zwei Konten, auf die die Beträge flossen, seien lediglich als Verrechnungskonten für die LNR-Gruppe verwendet worden. Und die Luxusurlaube und Schmuckeinkäufe? „Der Dubai-Aufenthalt war kein Privatvergnügen. Das war zum Beispiel eine Dienstreise.“ Für die er auch als Investoren-Geschenk einen Armreifen von Hermes gekauft hätte.
Und so versucht er Punkt für Punkt die inkriminierten Zahlungen zu erklären. Eine Rechnung über mehrere Tausend Euro in einem Wiener Szene-Club sei etwa die Firmenweihnachtsfeier gewesen; Online-Bestellungen auf Amazon seien ebenfalls fürs Büro gewesen und so weiter. Nur einen geringen Teil hätte er für privates Vergnügen verwendet.
Krida-Anklage nur Spitze des Eisbergs?
Ob ihm das der Schöffensenat glaubt, wird sich am zweiten Verhandlungstag entscheiden. Damit werden sich die Gerichtsbesuche für den „Mini-Benko“ jedoch nicht erledigt haben. Denn den Namen trägt der Wiener besonders wegen der vielen Parallelen: Denn ähnlich, wie der Rekord-Pleitier wird auf Neugebauer vorgeworfen, durch viel zu teuer verbuchte Immobilien, teils namhafte Prestige-Projekte, Kredite bei Banken erschlichen zu haben. Da ermittelt die WKStA aber noch – der Schaden soll mehr als 140 Millionen Euro betragen. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.
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