Spur führt nach China
Toxin: Nächster Riese ruft Säuglingsnahrung zurück
Nach Nestlé trifft es jetzt auch den französischen Milchriesen Lactalis: Wegen Toxin wird Säuglingsnahrung in mehreren Ländern zurückgerufen. Betroffen sind sechs Chargen der Marke „Picot“. Die brisante Ursache: ein gemeinsamer Hersteller aus China!
Wie die französischen Behörden bestätigen, hängen die Rückrufe von Nestlé und Lactalis direkt zusammen. „Die derzeit von Nestlé und Lactalis durchgeführten Rückrufaktionen sind tatsächlich auf einen Rohstoff zurückzuführen, der von ein und demselben Hersteller in China geliefert wurde“, teilte das französische Landwirtschaftsministerium mit. Zurückgerufen wird die Babymilch unter anderem in Frankreich, China, Australien und Mexiko.
Durchfall und Erbrechen
Im Zentrum steht das Toxin Cereulid – eine Substanz bakteriellen Ursprungs, die Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Gerade bei Säuglingen ist das besonders heikel. Babymilch, die Muttermilch ersetzt oder ergänzt, unterliegt eigentlich strengsten Kontrollen.
Laut der Konsumentenschutzorganisation Foodwatch handelt es sich bei dem chinesischen Unternehmen um einen der weltweit wenigen Lieferanten von Arachidonsäure (ARA). Dieser streng regulierte Stoff dient als Quelle für Omega-6-Fettsäuren in Säuglingsmilch. Foodwatch kündigte nun rechtliche Schritte an, um den Skandal vollständig aufzuklären. Weltweit seien Millionen Säuglinge betroffen.
Auch Österreich war betroffen
Bereits Anfang Jänner hatte Nestlé in 60 Ländern Babynahrung zurückgerufen – darunter auch in Österreich. Bei Kontrollen wurden hierzulande zwei Chargen positiv auf Cereulid getestet und sofort aus dem Verkehr gezogen. Laut Ministerium bestand zwar keine akute Gesundheitsgefahr, dennoch wurden zur Sicherheit auch Produkte anderer Hersteller überprüft. Ergebnis: keine weiteren Auffälligkeiten.
Danone ebenfalls unter Druck
Der Skandal zieht weitere Kreise: Auch Danone musste Babynahrung der Marke Dumex zurückrufen – allerdings nur „einige Paletten“, wie der Konzern betont. Dennoch reagierte die Börse nervös: Die Danone-Aktie sackte zeitweise um über fünf Prozent ab.
Scharfe Kritik von Konsumentenschützern
Foodwatch erhebt schwere Vorwürfe, vor allem gegen Nestlé. Seit fast zwei Monaten sei das Problem auf EU-Ebene bekannt, dennoch fehle es an Transparenz. Produkte seien „nur scheibchenweise“ zurückgerufen worden – teils ohne klare Information für Eltern. Dieses Vorgehen ist inakzeptabel – gerade bei Lebensmitteln für Säuglinge“, sagte Indra Kley-Schöneich von Foodwatch Österreich in einer Aussendung.
Brisant: Der Lactalis-Konzern stand bereits 2017 und 2018 im Zentrum eines großen Babymilch-Skandals – damals wegen Salmonellen. Auch damals mussten weltweit Produkte zurückgerufen werden.










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