Belastete Babynahrung

Nestlé: Problem stammt aus Zutat eines Lieferanten

Österreich
09.01.2026 22:23

Am 5. Jänner hatte der Nahrungsmittelkonzern Nestlé den Rückruf mehrerer Säuglingsnahrungsprodukte bekannt gegeben. In einer der Zutaten eines Zulieferers könnte Cereulid vorhanden sein, hieß es. Nun hat die Verbraucherorganisation Foodwatch dem Konzern vorgeworfen, schon deutlich früher von Verunreinigungen gewusst zu haben.

Cereulid ist ein Toxin, das durch das Bakterium Bacillus cereus entstehen kann. Mögliche Folgen nach dem Verzehr sind Übelkeit und Erbrechen, wobei die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage von selbst wieder abklingen. Sehr selten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen durch Leber- und Hirnschäden. Das Toxin kann Erhitzungsvorhänge bei der Zubereitung von Lebensmitteln überstehen.

Betroffen von dem Nestlé-Rückruf sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken „Beba“ und „Alfamino“. Laut Foodwatch stammten belastete Nestlé-Babyprodukte auch aus Werken in Deutschland und wurden in 30 Länder weltweit verkauft. „Bereits am 16. Dezember fanden österreichische Behörden Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung, die aus Deutschland kam“, teilte die Verbraucherorganisation am Freitag mit. Das belege eine Meldung im EU-Behörden-Schnellwarnsystem RASFF. 

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Bereits am 16. Dezember fanden österreichische Behörden Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid in Produktproben von Nestlé-Säuglingsnahrung aus Deutschland.

Foodwatch erhebt schwere Vorwürfe

Erster Rückruf nur für bestimmte Länder
Der Schweizer Lebensmittelkonzern wies die Kritik zurück. Es habe tatsächlich einen früheren Rückruf gegeben, dieser habe aber nicht alle Länder betroffen. Zunächst sei nur von einem einzigen betroffenen Produktionsstandort ausgegangen worden, vorsichtshalber habe man die umfangreiche Ursachenanalyse jedoch fortgesetzt. Ende Dezember sei anderweitig bei einzelnen Produkten Cereulid nachgewiesen worden. Das „Qualitätsproblem“ stammt laut Nestlé von einer Zutat „eines führenden Lieferanten“ an  mehreren Produktionsstandorten. Im Zusammenhang mit den betroffenen Produkten seien keine Erkrankungen bestätigt worden.

Zwei Produkte in Österreich betroffen
In Österreich wurden zwei Produktchargen positiv auf das Toxin getestet und aus dem Verkehr gezogen, nämlich BEBA expert HA PRE und BEBA supreme PRE. Alle weiteren Proben seien unauffällig gewesen, teilte die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) mit. Die nachgewiesenen Konzentrationen in den beiden betroffenen Produkten seien zudem „so gering gewesen, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann“, wurde beruhigt. Bisher seien in Österreich ebenfalls keine Krankheitsfälle bekannt. Zu achten sei auf Symptome wie Erbrechen und Durchfall, hieß es seitens AGES weiter.

„Wer ein solches Produkt zu Hause hat, sollte es nicht mehr verwenden, sondern zurückbringen“, riet das Gesundheitsministerium. Der Kaufpreis werde vollständig ersetzt. Der Rückruf betrifft mehr Produkte als die beiden.

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