Die erste Nationalratssitzung des Jahres hat gleich mit einem Eklat begonnen. Im Mittelpunkt stand August Wöginger, der kräftig über die Teilnehmer am FPÖ-Neujahrsempfang am vergangenen Samstag in Klagenfurt herzog. „Die haben nicht einmal Zähne und zerrissene Hosen. Das sind eure Fahnenschwinger“, ätzte der ÖVP-Klubobmann, der sich wenig später für seine Ausdrucksweise entschuldigte.
Die Nationalratssitzung startete mit einer Debatte rund um Anti-Teuerungs-Maßnahmen ins neue Jahr. Wöginger holte dabei zum Rundumschlag gegen die Freiheitlichen aus.
Clip: Wöginger geht auf FPÖ-Sympathisanten los
Wöginger mit Taferl
Ihm zufolge kritisiere die FPÖ zwar, dass die Regierung nichts gegen die Teuerung tue, stimme dann aber bei keiner inflationsdämpfenden Maßnahme mit, monierte der ÖVP-Klubobmann. Arbeitende Haushalte würden sich durch die Schritte der Regierung bis zu 952 Euro im Jahr ersparen, unterstrich er bei seiner Rede mit einer Tafel.
Ich weiß nicht, ob es euren Fahnenschwenkern beim Neujahrsempfang egal ist, ob sie tausend Euro mehr haben oder nicht. Denn dafür sorgen wir.
ÖVP-Klubobmann August Wöginger in Richtung FPÖ
Danach wurden seine Worte gegenüber den Blauen härter: „Und jetzt können Sie sagen, des ist uns alles Wurscht. Aber ich weiß nicht, ob es euren Fahnenschwenkern beim Neujahrsempfang egal ist, ob sie 1000 Euro mehr haben oder nicht. Denn dafür sorgen wir“, so Wöginger emotional.
Auszug aus Wögingers Rede im Parlament:
Dass die FPÖ-Fahnenschwenker keine Zähne und zerrissene Hosen hätten, ließ in den Reihen der FPÖ schließlich die Wogen hochgehen. Es gab mehrere Zwischenrufe, die Stimmung kochte.
Wöginger rudert zurück: „Das tut mir leid“
Und auch Wöginger merkte offensichtlich recht schnell, dass er sich im Ton vergriffen hatte. In Richtung der FPÖ-Mandatare betonte er: „Ich nehme diesen Ausdruck zurück, den ich getätigt habe bezüglich eurer Leute, die in den ersten Reihen sitzen bei den Veranstaltungen. Das tut mir leid, das nehme ich zurück.“
Kickl: „Geht es noch primitiver?“
FPÖ-Chef Herbert Kickl bezog inzwischen via Facebook Stellung zu Wögingers Aussagen. „Geht es noch primitiver? Dieser ÖVP-Bonze spürt sich offenbar überhaupt nicht mehr. Völlig abgehoben und zutiefst beleidigend!“
Die blaue Abgeordnete Dagmar Belakowitsch schlug in dieselbe Kerbe. Für sie sei Wöginger „reif für den Rücktritt“.
Auch die NEOS kritisierten ihrerseits im Parlament die Freiheitlichen. Klubobmann Yannick Shetty warf den Blauen vor, die Abhängigkeit von russischer Energie wiederherstellen zu wollen. Die Lösung sei allerdings eine Verhinderung von Abhängigkeit und eine Reform des Strommarkts.
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