25.04.2014 14:44 |

Ernährungsexperte:

"Vegetarier gehören einer infektiösen Bewegung an"

"Vegetarier gehören einer infektiösen Bewegung an." - "Sie behaupten, etwas Besseres zu sein." Und: "Vegetarier machen einen Radau wie ein Froschtümpel zur Paarungszeit." Keine Frage, Aussagen wie diese wirbeln jede Menge Staub auf. Kritik, Entrüstung und heftige Gegenwehr lassen da nicht lange auf sich warten - und schon gar nicht, wenn diese angriffslustigen Behauptungen von einem Ernährungsexperten herausposaunt werden.

Der Deutsche Udo Pollmer ist Lebensmittelchemiker und Wissenschaftsjournalist. Der Ernährungsexperte ist überzeugter "Fleischfresser". Vegetarier sind ihm da eher ein Dorn im Auge - und daraus macht der 60-Jährige auch kein Geheimnis: "Ich kritisiere die Attitüde, mit der sich Vegetarier durch ihren Verzicht zelebrieren, so nach dem Motto 'Wir sind etwas Besseres'. Noch viel mehr aber stört mich der von ihnen verbreitete Ernährungsunsinn", nimmt sich der umstrittene Ernährungsexperte in einem Interview mit dem Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten" kein Blatt vor den Mund.

So stößt sich Pollmer unter anderem an einer wissenschaftlichen Studie, die eine Verbindung zwischen Fleischkonsum und erhöhtem Sterberisiko behauptet. "Dabei fanden die Autoren weder einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch noch von Geflügel mit den Todesfällen", kritisiert der Deutsche das Studienergebnis.

"Vegetarier geben sich gern als Engel"
Auch das Argument, vegetarisch essen sei eine ökologische Haltung, lässt Pollmer nicht gelten: "Auch auf Obstplantagen gibt es Wühlmäuse, die das Obstgut schädigen und deshalb getötet werden müssen. Sogar die Flocken fürs Müsli stammen aus Getreidesilos, in denen sich naturgemäß auch Mäuse und Ratten gütlich tun. Vegetarier geben sich gern als Engel, bei denen kein Tier leiden muss. Das aber ist falsch."

Der Ernährungsexperte bezeichnet im Interview den Verzehr von Fleisch als "biologische Notwendigkeit". Schließlich sei der Mensch ein Säugetier. Die Wichtigkeit von Obst und Gemüse stellt er hingegen infrage. So enthalte eine Portion grüner Salat so viele Nährstoffe wie ein nasses Papiertaschentuch: "Kopfsalat ist Spielzeug auf dem Teller."

"Essen macht nicht gesünder"
Essen mache sowieso nicht gesünder, so der 60-Jährige: "Es ist nicht so wichtig, was man isst. Es muss einem bekommen, und das ist auch individuell. Jemand, der seine Ernährung ausschließlich der vermeintlichen Gesunderhaltung des Körpers widmet, handelt genauso lebensfeindlich wie jemand, der Sex nur aus orthopädischer Sicht betreibt."

Derart kritische Aussagen schreien förmlich nach lauter Gegenwehr - und die ließ auch nicht lange auf sich warten. "Ich bekomme haufenweise Hassmails. Das ist normal. Auch Todesdrohungen waren schon darunter. Vegetarier gehören einer infektiösen Bewegung an", zeigt sich Pollmer davon aber eher unbeeindruckt.

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