Vorschläge von AK/Wifo

So sollen ältere Menschen im Beruf bleiben können

Innenpolitik
19.01.2026 17:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Arbeiterkammer (AK) und das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) haben am Montag besprochen, wie es gelingen soll, ältere Menschen länger im Arbeitsleben zu halten. Beide waren sich einig darin, dass sowohl Arbeitnehmende als auch Unternehmen einen Beitrag leisten müssten.

Derzeit würden drei von zehn mittleren und großen Betrieben keine Personen mehr einstellen, die über 60 Jahre alt sind, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl. Vor allem für Frauen sei die Lage schwierig, ein Drittel aller Frauen gehe nicht direkt von der Erwerbstätigkeit in die Pension. Anderl schlug unter anderem steuerliche Begünstigungen für Firmen vor, die ältere Mitarbeitende einstellen beziehungsweise halten. Ein solches Modell solle auch Nachteile für Firmen bringen, die das nicht täten.

Wifo-Chef Gabriel Felbermayr rät hingegen von Sanktionen für Unternehmen ab. Er empfiehlt stattdessen mehr und rechtzeitige Schulungsmaßnahmen, da Menschen, die eine körperliche Arbeit ausüben, dieser Tätigkeit mit 65 Jahren oft nicht mehr nachgehen könnten. Als Beispiel nannte er einen Dachdecker. Auch die betriebliche Gesundheitsvorsorge müsse ausgebaut werden, um die gesundheitlichen Voraussetzungen für Arbeiten im Alter zu schaffen. „Jede Person, die wir in Beschäftigung bringen, entlastet mehrfach, ist produktiv, sorgt für mehr BIP und weniger notwendige Unterstützungsleistungen. Von den positiven Effekten für das Individuum spreche ich da noch gar nicht“, sagte der Ökonom.

IV: „Türen in Frühpension schließen“
Ein weiterer Vorschlag kam als Reaktion der Industriellenvereinigung (IV). Die Regierung solle die „Türen in die Frühpension“ schließen und die Altersgrenzen „demografischen Realitäten“ anpassen. Sanktionen lehne man ab. „(...) Beschäftigung lässt sich nicht per Quote oder Strafandrohung erzwingen, sondern entsteht durch wirtschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen, wirksame Anreizsysteme und ein wertschätzendes Miteinander von Betrieben und Beschäftigten“, sagte auch Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf.

„(...) Als besonders erfolgreiches Arbeitsmarktinstrument hat sich in erster Linie die Eingliederungsbeihilfe herausgestellt, ein befristeter Lohnkostenzuschuss für Betriebe, die Arbeitslose mit Vermittlungsproblemen einstellen wie z.B. Langzeitarbeitslose oder ältere Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen“, kommentierte die Wirtschaftskammer die Debatte. Bekannt ist hier etwa die „Aktion 55+“.

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