Grönländer erzählen:
„Haben überlegt, Tickets nach Dänemark zu kaufen“
Anfangs ist das US-Interesse vielen Grönländerinnen und Grönländern gelegen gekommen – etwa um die dänische Regierung dazu zu bringen, sich mehr zu engagieren. Heute sind viele Trump-Fans verstummt. „Wir haben gemerkt, dass sie (US-Regierung, Anm.) das wirklich so meinen“, sagt die Grönländerin Tillie Martinussen.
„Erst standen wir unter Schock, dann haben wir Angst bekommen, und jetzt bin ich einfach nur noch wütend“, sagt Martinussen (45) zur Nachrichtenagentur APA. Als Donald Trumps Sohn vor einem Jahr in der Hauptstadt Nuuk angekommen war und Maga-Kappen („Make America Great Again“) an Grönländerinnen und Grönländer verteilt hatte, seien viele noch von einem schlechten Witz ausgegangen. Heute werden T-Shirts mit der Aufschrift „Grönland steht nicht zum Verkauf“ angeboten.
„Mein Verstand sagt: Natürlich marschiert er hier nicht einfach ein. Aber manchmal gehen die Gefühle mit einem durch und man denkt: Wachen wir morgens auf und sie sind einfach da? Was ist dann mit der Zukunft unserer Kinder? Das macht mir Angst“, sagt die junge Mutter Cecilie Groth. Die meisten sind sich, wie auch Umfragen zeigen, einig darin, nicht Teil der USA werden zu wollen.
„Dänen kleineres Übel im Vergleich zu Trump“
Anders sieht es bei der Frage zum Verhältnis zu Dänemark aus. „Ich will weder Däne noch Amerikaner sein. Ich will, dass wir selbstständige Grönländer sind“, sagt Kim Nielsen Mørck. Für manche ist Dänemark das kleinere Übel im Vergleich zu Trump, andere haben ohnehin bereits einen starken Bezug. Die Abhängigkeit von Dänemark ist durch den Druck aus den USA jedenfalls größer geworden. „Ich mag es nicht, dass jetzt mehr dänische Soldaten auf unseren Straßen zu sehen sind“, sagt Thoe Noahsen, der einen kleinen Verkaufsstand mit Second-Hand-Ware in der Innenstadt aufgebaut hat.
„Diese Unterstützung zu bekommen, das bedeutet uns wahnsinnig viel. Wenn er (Trump, Anm.) in Grönland einmarschiert, dann ist alles vorbei“, sagt Martinussen hingegen zu dem Einsatz der Streitkräfte der NATO-Partner. Sie selbst und ihr Partner hätten bereits überlegt, Flugtickets nach Dänemark zu kaufen, „nur zur Sicherheit“. „Und ansonsten können wir immer noch raus in den Fjord und die Küste rauf oder runter segeln. Dort können wir auch überleben.“
Wie berichtet, will US-Präsident Donald Trump die Insel nach dem Gipfel im Weißen Haus weiter „erobern“. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sagte, dass nun erarbeitet werden solle, wie die Sicherheitsbedenken der USA berücksichtigt werden könnten.












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