Wien zahlt jährlich Hunderte Millionen Euro für Patienten aus anderen Bundesländern. Die Stadt muss sparen. Niederösterreich kündigte eine Klage an. Wie könnte eine Lösung aussehen? Droht die völlige Eskalation?
Eines ist klar: Die aktuelle Gastpatienten-Diskussion führt zu einer Verunsicherung und wird einzig und allein auf den Rücken der Patienten und der Mitarbeiter im Gesundheitswesen ausgetragen. Jüngstes Beispiel ist der Wirbel um das von der Klinik Ottakring ausgearbeitete Schriftstück, wie im Ernstfall mit Nicht-Wiener-Patienten umgegangen werden soll.
Eskaliert Situation weiter?
Daher ist die Politik gefordert, rasch eine Lösung zu finden. Der eigentliche Zankapfel bleibt die schiere Dimension. Während Wien nur acht Prozent der Gastpatienten in Österreich verursacht, werden 40 Prozent aller Fälle österreichweit in der Hauptstadt behandelt. Kostenpunkt allein für die Patienten aus Niederösterreich: 879 Millionen Euro 2024.
In Wiener Spitälern ist jeder fünfte Patient ein Gastpatient. Rund 20 Prozent der Behandelten kommen aus anderen Bundesländern. Besonders häufig geht es um planbare Eingriffe: Operationen bei Grauem Star, Knie- und Hüftgelenken, Behandlungen von Schlafapnoe, Krebs sowie Beschwerden am Bewegungsapparat, vor allem an der Lendenwirbelsäule.
Neues Treffen angesetzt
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) betont, dass Wien weiterhin sämtliche Not- und Akutfälle unabhängig vom Wohnort versorgt. Zur Debatte stehen ausschließlich planbare Eingriffe. Kurz- und mittelfristig setzt die Stadt auf Gespräche mit Niederösterreich. Ein weiteres Treffen mit dem zuständigen Gesundheitslandesrat Anton Kasser (ÖVP) ist bereits angekündigt.
Wien will aus Österreichschnitt runter
Die strategische Linie ist klar: Laut Stadt soll der Anteil der Gastpatienten in Wien schrittweise auf das österreichweite Durchschnittsniveau von unter zehn Prozent sinken – eine Halbierung innerhalb von fünf Jahren.
Langfristige Lösung
Langfristig wirbt Wien für ein neues System mit vier bundesländerübergreifenden Gesundheitsregionen. Planung, Finanzierung und Steuerung sollen gemeinsam erfolgen. Dann würde gelten: Das Geld folgt der Leistung – nicht der Postleitzahl.
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