Jener Räuber, der in Wels eine Sparkassen-Filiale überfallen hat, hatte wirklich Pech. Denn er suchte sich eine der wenigen Bankzweigstellen in Oberösterreich aus, die schon wirklich bargeldlos funktionieren. Doch der Trend geht in diese Richtung und macht Verbrechern das Leben schwerer.
„Wir beobachten eine markante Veränderung im Kundenverhalten. Bargeldtransaktionen sind seit Jahren rückläufig, der Trend geht eindeutig in Richtung digitale Bezahllösungen und Sparformen“, meint etwa Oberbank-Chef Franz Gasselsberger, der aber weiterhin in Oberösterreich die Filialen mit gewohnten Schaltern ausgestattet lässt. In Wien gibt es aber schon Zweigstellen, die bargeldlos geführt werden.
Beratung beim Selbstbedienungsgerät
Bei der Sparkasse haben sich bargeldlose Filialen bereits bewährt. Ein Pionierstandort war jene Filiale an der Linzer Unionstraße, die vor mehreren Jahren wiederholt Ziel von Überfällen geworden war. Inzwischen ist dort auch wieder Personal anwesend.
„In einer bargeldlosen Filiale werden sämtliche Bargeldtransaktionen über die Selbstbedienungsgeräte mit einer Debitkarte oder aufladbaren Karte abgewickelt – bei Bedarf unterstützen dabei gerne unsere Kundenbetreuer. Unsere Kunden wissen über die Vorgehensweise Bescheid und profitieren dadurch von verkürzten Wartezeiten“, sagt Sophie Manzenreiter, Sprecherin der Sparkasse OÖ.
Wenig Beutechance für bis zu 15 Jahre Haft
Und das Bedürfnis, Bargeld am Schalter zu beziehen, wird weiter sinken. 93 Prozent der Oberösterreicher nutzen bereits Online-Banking, rund 70 Prozent regelmäßig. Und im Internet wird zu 90 Prozent mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlt. Auch die Sparbücher, die man zu Hause noch unter das Polster legen konnte, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Das Online-Sparen wird aktiv beworben.
Damit werden Bankfilialen immer mehr zu Beratungs-Einrichtungen für Kunden, weniger für den aktiven Zahlungsverkehr. Und weil weniger Bargeld „herumliegt“, wird es für Räuber zusehends unattraktiver, bei einem Überfall bis zu 15 Jahre Haft zu riskieren.
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