Es betrifft auch die 205.458 Pendler: Eine bittere Pille ist die sogenannte Gastpatienten-Regelung Wiens, die Niederösterreicher bei Operationen nach hinten reiht. Jetzt bringt das Land Niederösterreich in den kommenden Wochen für einen Betroffenen Klage ein ...
Die Entscheidung von Wiens SPÖ-Stadtrat Peter Hacker, dass „Gastpatienten“ aus Niederösterreich bei geplanten Operationen abgewiesen oder nach hinten gereiht werden, hat die Stimmung zwischen den beiden Bundesländern schwer getrübt. Jetzt erhöht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit der „Kronen Zeitung“ den Druck auf Wien.
Hilferufe an den Patientenanwalt
Zahlreiche Niederösterreicher haben sich laut der Landeschefin nach einem Aufruf beim NÖ-Patientenanwalt gemeldet. „Wir sollten wieder auf einen gemeinsamen Weg in ganz Österreich zurückkehren. Es kann nicht sein, dass ausländische Staatsbürger mit einem Wiener Meldezettel, die vielleicht nie ins System eingezahlt haben, in Wiener Spitälern versorgt werden und Niederösterreicher nicht, nur weil sie Niederösterreicher sind. Viele Landsleute berichten, dass sie sich teils monatelang auf fix geplante Operationstermine vorbereitet haben, die dann kurzfristig abgesagt wurden. Damit wurden ihre Leidenswege unnötig verlängert“, so Mikl-Leitner.
Verhandlungen (bisher) erfolglos
Man findet anscheinend kein gemeinsames Rezept: Offiziell verhandelt wird seit Monaten, aber auch ein „Gastpatienten-Gipfel“ Ende Oktober 2025 zwischen Hacker und ÖVP-Landesrat Anton Kasser brachte bis heute keine Lösung für das virulente Problem. Es soll aber trotz der Klage weiterhin verhandelt werden.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hält fest: „Mit anderen Bundesländern, wie Oberösterreich oder dem Burgenland, funktioniert die Gastpatienten-Regelung weiterhin klaglos. Dass nicht nach dem Meldezettel gefragt wird, sondern nur danach, wie den Patienten geholfen werden kann. Wien hat diesen gemeinsamen Weg in der Ostregion, der jahrzehntelang gut und richtig war, leider verlassen. Auf Kosten unserer Landsleute in Niederösterreich. Das ist nicht einzusehen.“
220 Millionen Euro Kommunalsteuer
Unverständlich sei das Vorgehen einiger Wiener Politiker auch deshalb, weil die beiden Bundesländer aufs Engste miteinander verbunden seien. Mehr als 200.000 Niederösterreicher pendeln täglich nach Wien und erwirtschaften mehr als 20 Prozent der Wiener Wertschöpfung. „Niederösterreicher spülen mit ihrer Arbeit rund 220 Millionen Euro an Kommunalsteuer in die Wiener Stadtkasse. Wir werden die politischen Gespräche mit Wien daher weiterführen, damit wir so schnell wie möglich wieder auf den gemeinsamen Weg zurückfinden“, erklärt Mikl-Leitner abschließend.
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