Staatssekretärin sagt:

„Neue Sportstätten sind eine Frage der Priorität“

Steiermark
06.03.2026 07:00

Am Donnerstag traf sich Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt mit dem Sportverband ASVÖ zu Gesprächen in Graz. Mit der „Krone“ sprach sie über die Problematik fehlender Infrastruktur, wie es mit dem Budget im Sport aussieht, was eine neue Datenbank bringen soll und wie es um Großveranstaltungen in Österreich bestellt ist.

„Krone“: Frau Staatssekretärin, die tägliche Bewegungseinheit ist immer wieder ein Thema. Wie geht es da voran?
Michaela Schmidt: Wir haben es geschafft, trotz budgetär großer Herausforderungen nicht nur nicht zu kürzen, sondern schon letztes Jahr das Budget zu steigern. Mit Ralf Rangnick haben wir eine Person, die das stark vorantreibt, Bewusstsein für das Projekt schafft. Mit dem Bildungsministerium haben wir eine hervorragende Zusammenarbeit, was wichtig ist für ein gemeinsames Projekt. Jetzt geht es darum, die langfristige Finanzierung zu sichern. Wir haben zu wenig Kinder und Jugendliche, die sich bewegen. Wenn Österreich langfristig eine Sportnation sein möchte, und ich glaube, das sollte unser aller Anspruch sein, müssen wir sie erreichen.Weil wir sehen, dass Kinder, die sich täglich bewegen, ausgeglichener und konzentrierter sind.

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (3. v. re.) besuchte am Donnerstag Graz und sprach dabei ...
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (3. v. re.) besuchte am Donnerstag Graz und sprach dabei unter anderem mit dem ASVÖ um Präsident Peter Reichl (2. v. li.) und dem steirischen Präsidenten Christian Purrer (rechts).(Bild: © ASVÖ Steiermark/Dostal)

In der Steiermark und auch anderen Bundesländern ist da immer die Infrastruktur ein großes Thema.
Prinzipiell muss man sagen, dass Vereine, lokale Sportplätze und der Sport per Verfassung Landessache sind. Das Sportministerium fördert Bundesverbände, die einen Teil davon mit der besonderen Sportförderung an die Landesverbände weiterreichen. Wir haben im allgemeinen Ministeriumsbudget vor allem Großveranstaltungen wie WM oder EM sowie Infrastrukturprojekte – es muss eine gesamtösterreichische Bedeutung haben. Etwa ein Schwimmbad in Klagenfurt mit einer 50 Meter langen Bahn – die ist für den Spitzensport sehr relevant, um auf Weltniveau konkurrieren zu können. Außerdem ist es eine Frage von Leben und Tod, wenn Kinder nicht schwimmen können. Da sind die Länder gefordert, für Infrastruktur zu sorgen. Ich verstehe, dass es für einzelne Gemeinden schwierig ist, den laufenden Betrieb zu finanzieren.

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Natürlich hätte ich gerne ein Nationalstadion oder viele neue Hallen. Aber mein größter Wunsch ist die sofortige Öffnung der Turnsäle für den Sport.

Staatssekretärin Michaela Schmidt

Das Sportbudget wurde heuer und 2027 gekürzt. Das macht es schwieriger, oder?
Wir haben für diese beiden Jahre die besondere Sportförderung von 120 auf 110 Millionen Euro gekürzt. Davor wurde sie aber von 80 auf 120 Millionen stark angehoben. Das wurde mit allen besprochen und wir haben versucht, Härtefälle zu vermeiden. Deswegen wurde festgelegt, dass es danach wieder auf 120 Millionen Euro ansteigt. Wir wollten für Verbände Planungssicherheit haben, dass sie dort, wo es Rücklagen gibt, diese zwei Jahre überbrücken können.

Eishallen sperren zu, Vereine müssen wegen Hallenknappheit Kinder abweisen. Wir wirkt man entgegen?
Ob sich ein Land eine neue Halle leisten kann, ist eine Prioritätenfrage. Wir als Bund wollen einen Überblick haben, darum haben wir notwendige Zustimmungen eingeholt, um eine neue Datenbank anzulegen, in der die Länder in den nächsten Jahren Daten einspielen. Dann sehen wir, welche Infrastruktur vorhanden ist und finden mit ihr blinde Flecken.

Zuletzt besuchte die Staatssekretärin aus Salzburg die Olympischen Spiele, demnächst reist sie ...
Zuletzt besuchte die Staatssekretärin aus Salzburg die Olympischen Spiele, demnächst reist sie auch zu den Paralympics nach Italien.(Bild: GEPA)

Großevents brauchen ebenso geeignete Sportstätten. Gibt es konkrete Pläne?
Im Programm der Regierung haben wir uns geeinigt, dass wir eine Strategie brauchen, welche Events wir uns wünschen – in Absprache mit ÖOC und auch Verbänden. Einerseits haben solche Veranstaltungen einen wirtschaftlichen Effekt. Andererseits ist der sportliche noch größer: Man will eine Sportnation sein, Vorbilder schaffen. Olympia ist wegen des Vergabeverfahrens frühestens 2046 denkbar. Da könnte man im Vorfeld aber auch an Jugend-Olympia denken

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