Die weststeirische Gemeinde St. Stefan ob Stainz hat ihren Vertrag mit dem Roten Kreuz gekündigt. Bürgermeister Stephan Oswald will mit dem Grünen Kreuz in Verhandlungen gehen. Weitere Kommunen könnten folgen.
Bricht sich in St. Stefan ob Stainz jemand das Bein, kommt das Rote Kreuz – und das, obwohl das Grüne Kreuz in der weststeirischen Gemeinde seinen Haupt-Stützpunkt hat. Deswegen tat Bürgermeister Stephan Oswald im Gemeinderat am 23. Februar einen ungewöhnlichen Schritt: Man hat beschlossen, den Vertrag mit dem Roten Kreuz per Ende 2027 zu kündigen. Oswald soll nun ein neues Abkommen verhandeln – und zwar mit dem Roten wie mit dem Grünen Kreuz.
„Wir waren nicht unzufrieden mit dem Roten Kreuz“, sagt Oswald. Aber das Grüne Kreuz sei eben im Ort, der andere Rettungsdienst hat Ortsstellen nur in Lannach und Stainz. Bei einem „Rettungseuro“ von zwölf Euro pro Einwohner zahlt die Gemeinde mehr als 40.000 Euro jährlich an das Rote Kreuz. Früher habe man das Grüne Kreuz mit der Hälfte des Beitrags freiwillig unterstützt – aber in Zeiten finanzieller Knappheit ist das nicht mehr möglich.
Notarztwesen bleibt beim Roten Kreuz
Vom Rettungseuro gehen 85 Prozent ins Rettungs- und 15 Prozent ins Notarztwesen – Geld, das jedenfalls beim ÖRK bleiben wird. Und auch andere Gemeinden in Deutschlandsberg könnten dem Vorbild von St. Stefan ob Stainz folgen, ist das Grüne Kreuz doch sehr präsent im Bezirk.
Oswald übt auch Kritik am System: „Mein Gedanke war auch, ein Zeichen zu setzen: Es wäre geschickt, wenn man den Rettungseuro ans Land zahlen würde, das dann das Geld an alle anerkannten Rettungsorganisationen nach tatsächlichem Aufwand aufteilt.“ In Zukunft könne sich der Ortschef vorstellen, den Rettungseuro zwischen den Organisationen aufzuteilen. Die Gespräche starten nächste Woche.
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