Zu Gastpatienten

Wirbel um Maulkorb-Erlass in Wiener Klinik

Wien
14.01.2026 06:00

Helle Aufregung um eine Dienstanweisung samt Redeverbot-Erlass in der Klinik Ottakring: Das interne Schreiben befeuert den Gastpatienten-Streit – und es geht auch um Sonderbehandlungen für Mitarbeiter. Der „Krone“ liegt die Dienstanweisung vor.

Seit Monaten tobt ein politischer Streit um die Nicht-Behandlung von Patienten ohne Hauptwohnsitz in der Stadt Wien. Besonders zwischen Niederösterreich und dem Wiener Rathaus werden harte Bandagen ausgepackt. Samt erster Klage mit Unterstützung aus St. Pölten gegen diese Regelung.

Jetzt gießt eine interne Dienstanweisung in der Klinik Ottakring durch Vorstand Primarius Dr. Franz Kralinger und den ärztlichen Direktor Dr. Peter Gläser (liegt der „Krone“ vor) weiter Öl ins Feuer. Demnach wird den Ärzten am Standort Penzing, quasi die orthopädische Außenstelle, Folgendes angeordnet: Per sofort sollen keine Gastpatienten mehr in der Warteliste aufgenommen werden. Zusätzlich wird den Medizinern ein Maulkorb gegenüber Medien verpasst – negative Äußerungen würden ebenso eine Dienstpflichtverletzung darstellen wie die Nichtbeachtung dieser Vorschrift.

Die „interne“ Dienstanweisung zur Diskussion
Die „interne“ Dienstanweisung zur Diskussion(Bild: Krone KREATIV/zVg, Krone KREATIV)
Wigev-Mitarbeiter sind aber ausgenommen
Wigev-Mitarbeiter sind aber ausgenommen(Bild: Krone KREATIV/zVg)

Ohne Unterschrift drohen Ärzten Konsequenzen
Unterschrieben werden muss bis Ende dieser Woche. Damit nicht genug: Das Protokoll hält auch noch fest, dass es neben Notfällen und OP-Nachbehandlungen eine weitere Ausnahme gibt – denn für Mitarbeiter des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) gilt unabhängig von ihrem Wohnort eine Sonderbehandlung. Alle anderen Mitarbeiter der Stadt in den Magistraten, bei der Müllabfuhr, im Rettungsdienst, der Feuerwehr etc. mit nicht Wiener Postleitzahl haben dann etwa bei Knie- oder Hüftproblemen Pech gehabt. Also gibt es im Wiener Gesundheitsverbund eine Zwei-Klassen-Medizin bei Gastpatienten?

Eine interne Dienstanweisung sorgt in Wien für heftigen Wirbel.
Eine interne Dienstanweisung sorgt in Wien für heftigen Wirbel.(Bild: Krone KREATIV/Karl Schöndorfer TOPPRESS zVg, Krone KREATIV)

„Krone“ fragte beim Wigev nach
Jetzt die überraschende Wende. Auf Nachfrage der „Krone“ heißt es nun von Seiten des Wigev nämlich: „Im gesamten Gesundheitsverbund gibt es keine geltende Dienstanweisung, die den Umgang mit Patienten ohne Wiener Wohnsitz regelt. Auch von der Generaldirektion ist niemals eine Veranlassung erteilt worden, eine solche Regel zu erstellen.“

Interessante Erklärung
Die interessante Erklärung: Jener Text, der derzeit für Unruhe sorgt, sei lediglich ein interner Entwurf gewesen, der nie beschlossen wurde und somit auch nie in Kraft trat. Also eine Dienstanweisung zur internen Diskussion. Und sie habe sich ausschließlich auf die Abteilung für Orthopädie am Standort Penzing der Klinik Ottakring bezogen und sei standortintern verfasst worden.

Alles nur ein interner Entwurf zur Diskussion
Auch der Vorwurf, Ärzten sei ein „Maulkorb“ verpasst worden, wird relativiert. Medienkontakte würden – wie in vielen großen Organisationen – zentral erfasst und begleitet. Wenn es ohnehin Firmenpolitik sei, warum findet sich ein solcher Passus mit dienstrechtlichen Konsequenzen dann überhaupt darin? Was bleibt, ist ein Entwurf, der offiziell nie existieren sollte – und dennoch für massiven politischen Sprengstoff sorgt.

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