Nach Habsburg-Kritik

Norbert Hofer verlässt St.-Georgs-Orden

Innenpolitik
12.01.2026 12:31

Mit einer „Rede zur Zukunft Europas“ hat Karl Habsburg anlässlich seines 65. Geburtstags für gehörigen Wirbel bei der FPÖ gesorgt. Nach der scharfen Kritik an der EU-Fraktion der Patrioten, der auch die Freiheitlichen angehören, ist der frühere Parteichef Norbert Hofer aus dem St.-Georgs-Orden ausgetreten.

„Mit heutigem Tag habe ich meine Ehrenritterschaft im St.-Georgs-Orden zurückgelegt. Öffentliche Äußerungen, die dem Geist gegenseitiger Achtung widersprechen, lassen mir diesen Schritt als geboten erscheinen. Ich bedauere diese Entwicklung“, teilte Hofer am Sonntagabend auf der Kurznachrichtenplattform X mit.

Der Kaiserenkel hatte in seiner traditionellen „Rede zur Zukunft Europas“ gesagt, Teile der EU-Fraktion Patrioten für Europa, der auch sechs FPÖ-Abgeordnete angehören, seien eine „fünfte Kolonne Moskaus“ und begingen Hochverrat. Es handle sich „nicht um Patrioten, sondern um teils brutale Nationalisten“, sagte der frühere ÖVP-Europaabgeordnete. Viele in der Fraktion vereinten Parteien seien zudem „in irgendeiner Form mit Putin verbunden“.

Scharfe Kritik von Karl Habsburg an der EU-Fraktion der Patrioten
Scharfe Kritik von Karl Habsburg an der EU-Fraktion der Patrioten(Bild: krone.tv)

Lugner-Schwiegersohn: „Wirre Beleidigungen“
Mit einer Verbalattacke reagierte der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Lugner (FPÖ) auf die Aussagen des Kaiserenkels. „Ob die jahrhundertelange Inzucht seines autokratischen Erbzirkels der Grund für diese wirren Beleidigungen der stärksten demokratischen Kraft in unserem Land ist?“, schrieb Lugner auf X. In einem weiteren Post kommentierte er den Austritt Hofers aus dem Orden der Habsburger mit den Worten: „Wie man hört ist er nicht der einzige.“

Kritik an Habsburgs Rede kam auch vom freiheitlichen Delegationsleiter im EU-Parlament Harald Vilimsky. „Was Karl Habsburg da von sich gegeben hat, ist eine ideologisch verblendete Brandrede gegen all jene, die für ein Europa der souveränen Vaterländer eintreten“, sagte Vilimsky in einer Aussendung. Es sei beschämend, wie sich Habsburg zum Sprachrohr jener Kräfte mache, die eine zentralistische EU wollten und alles Nationale diskreditierten.

Weitere FPÖ-Mitglieder des Ordens
Tatsächlich haben sich Medienberichten zufolge zahlreiche führende FPÖ-Politiker dem elitären Orden angeschlossen, dessen Großmeister Karl Habsburg ist. Der Zustrom soll zeitweise so stark gewesen sein, dass von einer „Unterwanderung“ durch Freiheitliche die Rede war. Laut einem Bericht des „Standard“ hatten sich dem Orden neben Hofer, dem Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp und dem Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus auch der heutige Wiener Landtags-Klubchef Maximilian Krauss sowie die Nationalratsabgeordneten Harald Stefan und Markus Tschank angeschlossen. Nepp, Krauss, Stefan und Tschank seien keine Mitglieder mehr – teils schon seit Jahren, hieß es aus dem FPÖ-Parlamentsklub.

Mit Ausnahme Hofers werden die genannten FPÖ-Politiker aktuell nicht auf einer Liste der Ehrenritter des Ordens geführt, allerdings Ex-Vizekanzler Herbert Haupt und Ex-Staatssekretär Reinhard Waneck (beide FPÖ). Vorsitzender der Ehrenritter ist der frühere Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP). Dem elitären Kreis gehören aus Österreich überwiegend Ex-ÖVP-Politiker an wie etwa der frühere niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll, der frühere Verteidigungsminister Werner Fasslabend, Ex-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter oder der aktuelle oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie der EU-Delegationsleiter Reinhold Lopatka. Vereinzelt gibt es auch Mitglieder aus anderen politischen Gruppen wie Ex-Innenminister Karl Schlögl (SPÖ).

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