Der Goldpreis ist zum Jahresbeginn noch schneller gestiegen als von Experten prognostiziert wurde. Zwei bemerkenswerte Eskalationen tragen aktuell zur Rally des Edelmetalls bei – und befördern den Goldrausch.
Es sind turbulente Zeiten. Die eskalierende Lage im Iran und zunehmende Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank lassen den Goldpreis in lichte Höhen schnellen. Dementsprechend kletterte in der Nacht auf Montag der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) bis auf fast 4600 US-Dollar (3.915 Euro)! Danach sank er, lag aber am frühen Morgen mit 4578 US-Dollar noch immer eineinhalb Prozent im Plus.
Mit dem Anstieg baut Gold sein Kursplus in diesem Jahr auf sechs Prozent aus. Der Preis war im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr. Bei Silber war das Jahresplus mit fast 150 Prozent deutlich höher. Am Montag verteuerte sich der Preis für eine Unze Silber um viereinhalb Prozent auf 83,45 Dollar und lag damit nur noch knapp unter dem Rekordhoch von Ende 2025.
Experten sehen eine „Panikblase“
Händler führten den aktuellen Preisanstieg bei den Edelmetallen primär auf die Situation im Iran zurück. Laut Marktinsidern ist dieser unverhältnismäßige Anstieg auf eine „Panikblase“ zurückzuführen. Aus Angst vor einer Eskalation der Proteste und einem weiteren Zusammenbruch der nationalen Wirtschaft tauschen die Iraner verzweifelt ihre Rial in Gold um. Der Vermögenswert wird in Krisenzeiten wegen seiner hohen Liquidität und einfachen Transportierbarkeit geschätzt, berichtet „Euronews“.
Zudem nannten Experten mit Blick auf den Goldpreis auch wachsende Sorgen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank als Argument.
Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskalierte zuletzt: Jerome Powell hat strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve (Fed) zurückgewiesen. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage.
Fed-Chef spricht von Vorwand
Er soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf. Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand: „Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.“
Die Preise für Gold und Silber haben zum Jahresbeginn zudem von der gestiegenen politischen Unsicherheit infolge des US-Angriffs auf das ölreiche Venezuela profitiert. Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als sichere Häfen, in die Anleger Geld bei politischen Unsicherheiten schieben. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.
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