Hercules am Boden

Heer kann bei Nahost-Evakuierung nicht helfen

Innenpolitik
02.03.2026 19:58

Tausende Österreicher ringen aktuell um Möglichkeiten zur Ausreise aus dem Nahen Osten. Kriegsbedingt geht in diesen Tagen nur wenig, der Luftraum ist für zivile Passagiere gesperrt. Dem Bundesheer sind ebenso die Hände gebunden: Einerseits aufgrund der Sperre, andererseits, weil keine unserer Hercules-Transportmaschinen einsatzfähig ist.

Es wäre ohne Frage die größte Evakuierungsmission Österreichs seit dem weltweiten Corona-Lockdown im März 2020. Auch damals saßen unzählige Reisende und Auslandsösterreicher in diversen Ländern fest und hatten kaum Möglichkeiten, nach Österreich zurückzukehren. Aktuell sind es rund 17.700 Männer, Frauen und Kinder mit rot-weiß-rotem Reisepass, die in den vom Krieg betroffenen Ländern im Nahen Osten gestrandet sind. 

Die Hercules im rettenden Anflug ist kein Bild, das heimische Touristen allzu bald sehen ...
Die Hercules im rettenden Anflug ist kein Bild, das heimische Touristen allzu bald sehen dürften.(Bild: P. Huber)

Luftraum bleibt gesperrt, auch Heer kann nicht helfen
Die meisten von ihnen haben eines gemeinsam: Sie suchen seit Stunden und Tagen fieberhaft nach irgendeiner Möglichkeit, Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Der Luftraum bleibt jedoch vorerst für die zivile Luftfahrt gesperrt – der klassische Heimflug mit einer Fluglinie wie Austrian Airlines also ein Luftschloss. Blieben noch die Hercules-Transportmaschinen des Bundesheeres. Sie haben schon oft in der Not ausgeholfen – zuletzt eben in der Corona-Pandemie. 

Die veralteten Flugzeuge mussten auch nach dem Terrorangriff durch die Hamas auf Israel am Boden ...
Die veralteten Flugzeuge mussten auch nach dem Terrorangriff durch die Hamas auf Israel am Boden bleiben.(Bild: P. Huber)
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Das Jagdkommando unterstützt die österreichischen Botschaften, um die Österreicher in der Region zu betreuen.

Oberst Michael Bauer zur „Presse“

Maschinen in Portugal und mit kaputtem Tank
Wie die „Presse“ berichtet, gilt aber auch diese Option als völlig ausgeschlossen. Eine Luftbrücke durch Soldaten sei rein technisch gar nicht möglich, bestätigt Bundesheer-Oberst Michael Bauer. Eine der C-130-Maschinen befinde sich auf Langzeitwartung in Portugal, die andere habe ein Problem mit dem Tank. Das Ende der Reparaturarbeiten? Nicht absehbar. Die veralteten Flugzeuge – sie wurden in den 1960er-Jahren gebaut – mussten auch nach dem Terrorangriff durch die Hamas auf Israel am Boden bleiben. 

Busse ab Abu Dhabi sollen helfen
Wie die verzweifelten Österreicher nach Hause kommen sollen, bleibt vorerst also unklar. Die österreichische Botschaft der Emirate will für Dienstag oder Mittwoch jedenfalls Busse organisieren, die Touristen von Abu Dhabi nach Saudi-Arabien bringen sollen. Von dort aus müssten sie sich ihre Weiterreise allerdings selbst organisieren. Vielen, wie oder unserer Kollegin Karoline Singer, bringt diese Option nichts. Ob es auch Busse von Dubai aus gibt, konnte noch nicht beantwortet werden. Es heißt vorerst also: bitte warten. 

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