Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um mehr als 70 Prozent gestiegen. Das hat nicht nur Private, sondern auch Zentralbanken dazu veranlasst, zunehmend in das Edelmetall zu investieren. Besonders aktiv seien die Banken in China, Indien, den Golfstaaten und in osteuropäischen Ländern wie Polen, sagte Gold-Analyst Ronald Stöferle.
Seit Jahresbeginn hätten Zentralbanken 630 Tonnen Gold gekauft. Für das Gesamtjahr rechnet Stöferle mit etwa einem Viertel der Neuförderung, eine „Sättigung“ der Nachfrage sieht er noch nicht. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) habe bei Gold ein „explosives Verhalten“ diagnostiziert. Am Montag lag der Preis zeitweise bei 4465 US-Dollar (umgerechnet rund 3795 Euro) je Feinunze, gab dann aber wieder auf das Niveau von Mitte Dezember nach.
Das Edelmetall profitiere von geopolitischen Verwerfungen, die durch das Einfrieren russischer Währungsreserven auch eine „währungspolitische Komponente“ bekommen hätten, sagte der Analyst und Fondsmanager. Gold sei „neutral“ und habe „kein Gegenparteirisiko“. Das habe zu den rekordhohen Käufen der Zentralbanken beigetragen. Zuletzt sei Brasilien neu am Markt aktiv geworden. Institutionelle Anlegerinnen und Anleger seien aber „noch im Halbschlaf“, sagte Stöferle.
So hat sich der Goldpreis in diesem Jahr entwickelt:
Schwächerer US-Dollar ist Verstärker
Der schwächere US-Dollar wirke als Verstärker, nicht als alleiniger Motor. Der Dollar hat 2025 gegenüber dem Euro mehr als 13 Prozent verloren. Die Märkte würden zudem angesichts der steigenden Staatsschulden der Vereinigten Staaten nervöser, panisch seien sie noch nicht, sagte Stöferle. Auch die EZB habe Sorge vor einem zu schwachen Euro und daher Zinssenkungen bei 2,15 Prozent gestoppt.
Der Gold-Analyst rechnet mit einem Preis zwischen 4800 US-Dollar (Basisszenario) und 8900 US-Dollar (inflationäres Szenario) je Feinunze bis 2030. Auch die Preise für Silber und Minenaktien könnten steigen, bei Silber sei ein dreistelliger Wert möglich.
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