Schüsse in Minneapolis

Neues Video zeigt letzte Momente von Renee Good

Ausland
10.01.2026 10:33

In Minneapolis ist dieses neue Video aufgetaucht, das die Situation unmittelbar vor den tödlichen Schüssen auf die 37-jährige Renee Nicole Good durch einen Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE zeigt. Die Aufnahmen stammen offenbar vom Mobiltelefon des ICE-Agenten Jonathan Ross, der nach offiziellen Angaben das Feuer eröffnet haben soll.

Die rund 47 Sekunden lange Sequenz beginnt, als der Beamte auf Goods Fahrzeug zugeht und das Gespräch zwischen der Frau und ihrer Begleiterin zeigt. Renee Good, die hinter dem Steuer sitzt, ist kurz vor dem Schusswechsel im Video mit den Worten „It’s fine, dude. I’m not mad at you -ist schon gut, Mann. Ich bin nicht sauer auf dich!“ zu hören. Gleichzeitig filmt ihre Frau auf der Straße den Beamten mit dem eigenen Handy und fordert ihn auf, sein Gesicht zu zeigen.

Ist die Situation auf diese Weise eskaliert?
Mehrere weitere Stimmen sind auf der Aufnahme zu hören, darunter auch Anweisungen von ICE-Kollegen, die Good mehrfach auffordern sollen, aus dem Auto auszusteigen. Goods Ehefrau geht dann zur Beifahrerseite, um einzusteigen. Sekunden vor den Schüssen schreit sie:  „Drive, Baby, drive! -fahr, Baby, fahr!“ Good fährt laut Videoaufnahmen mit dem Wagen los und es sind mehrere Schussgeräusche zu hören. Die Kamera scheint zu Boden zu fallen, während das Fahrzeug weiterfährt und schließlich in parkende Autos kracht. 

Die Umstände der tödlichen Schüsse bleiben umstritten. Bundesbehörden betonen, der Agent habe aus Notwehr gehandelt, weil Good versucht habe, die Einsatzkräfte mit ihrem Fahrzeug zu gefährden. Lokale Behörden und Augenzeugen hinterfragen diese Darstellung und fordern eine umfassende, transparente Untersuchung.

Ein neues Video zeigt die tödlichen Schüsse auf Renee Good in Minneapolis – und die Sekunden ...
Ein neues Video zeigt die tödlichen Schüsse auf Renee Good in Minneapolis – und die Sekunden davor.(Bild: KameraOnevideo)

Proteste in Minneapolis halten an
Der Vorfall hat unterdessen breite Proteste ausgelöst: Hunderte Menschen gingen am Freitag in Minneapolis erneut auf die Straße, um gegen das Vorgehen der ICE und die fatale Eskalation zu demonstrieren.

Auch für das Wochenende sind Medienberichten zufolge landesweit Hunderte Proteste und Kundgebungen unter dem Motto „ICE Out For Good“ angekündigt. Ein Bündnis aus Bürgerrechts- und Migrantenorganisationen hatte dazu aufgerufen. Die Aktionen sollen nach Angaben der Veranstalter friedlich verlaufen und sich gegen zunehmende Gewalt von Einwanderungsbehörden sowie Einsätze in lokalen Gemeinden und an Schulen richten.

Nach offiziellen Angaben befand sich die getötete 37-Jährige in ihrem Auto und blockierte eine Straße in Minneapolis, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Der Wagen setzte sich in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Ermittlungen zu dem Vorfall laufen.

US-Präsident Donald Trump verschärfte in seiner zweiten Amtszeit, die bald ein Jahr andauert, seine Abschiebepolitik. ICE-Razzien gegen Migranten führten bereits in den vergangenen Monaten regelmäßig in vielen demokratisch regierten Städten zu Protesten. In Minneapolis und St. Paul läuft seit einigen Tagen eine ICE-Operation, an der laut Heimatschutzministerium mehr als 2.000 Bundesbeamte beteiligt sind. US-Medien zufolge wird erwartet, dass die US-Regierung die Präsenz von Bundesbeamten in Minnesota als Reaktion auf die Proteste noch einmal deutlich aufstockt.

Anti-ICE-Aktivisten ziehen am 9. Jänner 2026 vor die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in ...
Anti-ICE-Aktivisten ziehen am 9. Jänner 2026 vor die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in Portland, Oregon, und fordern die Abschaffung der US-Einwanderungsbehörde(Bild: AFP/MATHIEU LEWIS-ROLLAND)

Minneapolis will Trump-Regierung die Stirn bieten
Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hielt bei einer Pressekonferenz am Freitag an seiner scharfen Kritik an den Einsätzen der Einwanderungsbehörde fest. ICE bringe nur Schlechtes in die Stadt – für die lokale Wirtschaft, die Demokratie und die Sicherheitslage. Und nachdem, was er auf Videoaufnahmen zu dem tödlichen Vorfall gesehen habe, sei es umso wichtiger, dass eine gründliche und transparente Untersuchung durchgeführt werde – unter Beteiligung der Strafverfolgungsbehörden des US-Bundesstaates Minnesota, sagte er.

Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, übte scharfe Kritik an den ...
Der demokratische Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, übte scharfe Kritik an den Einsätzen der Einwanderungsbehörde.(Bild: AFP/STEPHEN MATUREN)

Die US-Staatsanwaltschaft hatte zuvor entschieden, dass ausschließlich die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen in dem Fall leiten soll. Auch Präsident Trump sagte am Freitag, man werde nicht mit Minnesota zusammenarbeiten, da die lokalen Behörden dort korrupt seien. Den demokratischen Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, bezeichnete er als „dumm“.

Frey sagte, man werde nicht nachgeben. „Was die rechtlichen Mechanismen dazu angeht, ich kann Ihnen versichern, dass es hier Potenzial gibt, das genutzt werden kann.“

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