Maduro vor US-Gericht

Jetzt spricht der Diktator: „Ich wurde entführt“

Außenpolitik
05.01.2026 18:24

Der venezolanische Diktator Nicolás Maduro und seine Ehefrau sind einem US-Richter vorgeführt worden. Während der Anhörung in New York stilisierte sich der Machthaber als Opfer. Er sei von den USA aus „seinem Zuhause“ entführt worden und unschuldig ...

Der Bundesrichter, Alvin K. Hellerstein, erklärt in einem Eröffnungsstatement, dass er ein „faires Verfahren“ gewährleisten werde. Als der 92-jährige Jurist Maduro darum bittet, sich zu identifizieren, nutzt der Diktator seine Chance, Worte an die versammelte Weltpresse zu richten. 

„Ich bin der Präsident der Republik Venezuela und ich wurde aus meinem Zuhause in Caracas entführt“, wird der Diktator von mehreren Medien zitiert. Das US-Justizministerium wirft dem Politiker „Narco-Terrorismus“ vor.  

Ehepaar Maduro plädiert auf „vollkommen unschuldig“
Hellerstein fällt Maduro ins Wort und würgt seine Ansprache ab: „Es wird Zeit und Gelegenheit geben, sich mit all dem zu befassen“, so der Richter. „Ich bin unschuldig. Ich bin nicht schuldig. Ich bin ein anständiger Mensch“, sagt Maduro, als er nach seinem Plädoyer gefragt wird. Sein Anwalt stellt klar, dass er sich in allen vier Anklagepunkten für nicht schuldig erklärt.

Der Richter wendet sich an Cilia Flores, Maduros Ehefrau und Mitangeklagte. Sie erklärt sich ebenfalls für „nicht schuldig, vollkommen unschuldig“. Die Verteidiger des Ehepaares erklären zudem, dass Maduro „gesundheitliche Probleme“ habe. Flores hätte sich zudem einen Rippenbruch zugezogen. Beide würden ärztliche Betreuung brauchen. Ein Antrag auf Kaution wurde nicht gestellt, die nächste Anhörung soll am 17. März stattfinden.

Während das Ehepaar abgeführt wird, nutzt Maduro nochmals die Chance, seine Botschaft zu verbreiten. Auf Spanisch ruft er laut „New York Times“: „Ich bin ein Kriegsgefangener!“

Vor dem Gerichtssaal haben sich Gegner und Unterstützer Maduros versammelt.
Vor dem Gerichtssaal haben sich Gegner und Unterstützer Maduros versammelt.(Bild: AFP/MICHAEL M. SANTIAGO)

Das wird dem Autokraten vorgeworfen
Maduro soll sein wegen Wahlfälschung illegal erlangtes Amt genutzt haben, damit Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe selbst für sich daraus Vorteile gezogen und soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben.

Er und seine ebenfalls angeklagte Ehefrau waren in der Nacht zum Samstag vom US-Militär in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Seit dem Wochenende sitzt Maduro in einer Haftanstalt in New York ein. Mitangeklagt ist auch sein Sohn, zudem richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister Venezuelas.

Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Anklage
Experten betrachten den US-Angriff auf Venezuela als Verstoß gegen das Völkerrecht. In einem Prozess gegen Maduro, der womöglich erst im kommenden Jahr beginnt, wird es auch darum gehen, ob er als Staatschef nicht besondere Immunität genießen sollte – und entsprechend nicht hätte außer Landes geschafft und angeklagt werden dürfen.

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