Aktien schießen hinauf

Krallen sich US-Riesen den weltgrößten Ölschatz?

Wirtschaft
05.01.2026 16:11

Die USA haben es auf die lateinamerikanischen Rohstoffe abgesehen. Venezuela sitzt auf über einem Fünftel der globalen Erdölreserven, fördert aber um zwei Drittel weniger als in früheren Zeiten. Nimmt die Produktion wieder Fahrt auf, wäre das bahnbrechend für den weltweiten Markt.

„Wir haben Venezuelas Ölindustrie mit amerikanischer Tatkraft aufgebaut und die sozialistischen Regimes haben sie uns gestohlen“, poltert US-Präsident Donald Trump, der sich „seinen“ Ölschatz zurückholen will.

US-Ölindustrie war bereits lange Zeit am Ruder
Lange kontrollierten US-Konzerne tatsächlich die Ölförderung in dem lateinamerikanischen Land, bis der Sozialist Hugo Chávez an der Macht war und im Jahr 2007 eine Verstaatlichungsoffensive startete. Es folgten Rechtsstreitigkeiten mit dem Regime, das die Amerikaner herausdrängen wollte und letztlich die Wirtschaft ruinierte.

Venezuela sitzt auf dem größten Ölschatz der Welt, kann ihn aber nicht entsprechend nutzen.
Venezuela sitzt auf dem größten Ölschatz der Welt, kann ihn aber nicht entsprechend nutzen.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com, Krone KREATIV)
Die Ölreserven sind riesig, lange Zeit dominierten US-Konzerne.
Die Ölreserven sind riesig, lange Zeit dominierten US-Konzerne.(Bild: ISAAC URRUTIA JOSE BULA)

Denn seitdem sank die Fördermenge. Sie beträgt derzeit 0,5 bis eine Million Fass pro Tag, vor rund 25 Jahren waren es noch 3,2 Millionen täglich. Mittlerweile ist die Produktion so eingebrochen, dass das Land trotz Reserven im Boden von 300 Milliarden Barrel sogar Öl importieren musste. Trotz 20 Prozent der weltweiten Vorkommen fördert Venezuela nur ein Prozent der globalen Menge und ist eines der ärmsten Länder weltweit. 

Aktien der US-Ölkonzerne schießen in die Höhe
In Stellung bringt sich nun allen voran Chevron, das Unternehmen ist dort noch tätig, konnte sich mit dem Regime einigen. Aber auch Conoco Philips und Exxon Mobil wollen wieder ins lukrative Fördergeschäft einsteigen. Ihre Aktien schossen um zehn Prozent nach oben. Den Ölriesen stehen nach Urteilen Milliarden zu, Zahlungen flossen aber noch keine. Dafür will sich Trump rächen.

Chevron fördert auch jetzt noch eine beträchtliche Menge in Venezuela, hat nun ...
Chevron fördert auch jetzt noch eine beträchtliche Menge in Venezuela, hat nun Milliarden-Investitionen vor.(Bild: AP/Rogelio V. Solis)

Fährt Venezuela seine Ölförderung wieder hoch, hätte das freilich große Auswirkungen auf den weltweiten Markt. „Bis dorthin ist es allerdings noch ein weiter Weg“, betont Energieexperte Johannes Benigni. „Doch das Potenzial ist zweifellos hoch.“ Aktuell gibt der Ölpreis (rund 61 Dollar) leicht nach, in den nächsten Monaten könnte es eine weitere Abwärtsbewegung geben Richtung 50 Dollar.

Dem entgegen stehen wiederum die weltweite Unsicherheit und ein möglicherweise besseres Wirtschaftswachstum. Wie sich die Situation in Venezuela auswirkt, hängt einerseits von der noch unklaren konkreten politischen Zukunft des Landes ab, aber auch von vielen anderen Faktoren, die weltweit wirken.

Russland will Absinken von Rohstoffpreis verhindern
Genau im Blick hat auch Russland die Situation, nicht nur, weil mit Diktator Nicolás Maduro ein Verbündeter abhandenkommt. Sollte der Ölpreis tatsächlich deutlich sinken, verliert Putin Einnahmen für seinen Krieg. Ob das Putin zum Einlenken bringt, ist aber ebenso wie bei vielen geltenden Sanktionen fraglich.

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