Auf Österreichs Straßen sollen schon bald automatisierte Busse am regulären Linienverkehr teilnehmen. Die nächste Phase für das Projekt „Roberta“ ist am Donnerstag in Oberösterreich gestartet. Als Pilotregionen wurden auch Tirol, die Steiermark und Kärnten eingebunden.
„Roberta“ steht für Real World Automated Bus opERaTion Austria. Es handelt sich um ein Projekt, das federführend vom Steyrer Logistikum der FH Oberösterreich vorangetrieben wird.
„Erstmals werden hochautomatisierte Busse mit über acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb eingesetzt und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die technologischen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für einen dauerhaften Einsatz im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Das österreichweite Leitprojekt startet den Realbetrieb in vier Bundesländern“, sagte Oberösterreichs Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner (ÖVP).
Unterschiedliche Anforderungen bei Topografie, Infrastruktur und Betrieb
In Oberösterreich gilt Hagenberg – Pregarten als Pilotregion: Der stark wachsende Bildungs- und Wirtschaftsstandort stoße bereits an Kapazitätsgrenzen. Geplant sei daher eine rund zehn Kilometer lange Last-Mile-Verbindung vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg, zur FH Oberösterreich und zum Agrarbildungszentrum Hagenberg mit den Wilhelm Welser Verkehrsbetrieben.
In Tirol soll im Gewerbegebiet Rossau im Innsbrucker Stadtgebiet ein automatisierter Bus das innerstädtische Mobilitätsangebot verbessern und Arbeitsstandorte effizient anbinden.
In der „Area Süd“ sollen Zubringerbusse die Koralmbahn-Bahnhöfe Weststeiermark und St. Paul im Lavanttal in Kärnten anfahren. Dabei sollen die umliegenden Wohn- und Gewerbegebiete durch den Einsatz der hochautomatisierten Busse angebunden werden.
Die Regionalstelle Deutschlandsberg der Wirtschaftskammer Steiermark beteiligt sich dabei stark am Projekt und will bereits am kommenden Montag mit Mitgliedern eine Testfahrt – allerdings in einem anderen automatisierten Bus – unternehmen. Alle Regionen dienen als Reallabore für unterschiedliche topografische, infrastrukturelle und betriebliche Anforderungen.
Busse sollen ein Jahr lang auf Linienstrecken fahren
Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund neun Millionen Euro läuft bis 31. Jänner 2030. Im ersten Projektjahr sollen sämtliche Rahmenbedingungen für den Realbetrieb erarbeitet und die betriebsnotwendigen Vorbereitungen umgesetzt werden. Der Pilotbetrieb startet dann im vierten Quartal 2027 oder im ersten Quartal 2028. Die Busse sollen jeweils ein Jahr lang auf Strecken von zehn bis 20 Kilometern im regulären Linienbetrieb unterwegs sein.
Im Anschluss werden alle Daten und Projektergebnisse evaluiert. Untersucht wird, wie technische Systeme, Betriebsprozesse, Personalmodelle und rechtliche Rahmenbedingungen optimal zusammenspielen müssen, um automatisierte Fahrzeuge dauerhaft in den öffentlichen Verkehr zu integrieren. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen späteren breiteren Einsatz, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung des oberösterreichischen Landespressedienstes.
Breit aufgestelltes Konsortium beteiligt
„Roberta“ soll auch in europäische Projekte zum automatisierten Fahren eingebracht werden. Internationale Experten begleiten die Forschung im Beirat des Projekts, das von einem breit aufgestellten Konsortium getragen wird. Neben der FH Oberösterreich sind Forschungsinstitutionen, Verkehrsbetriebe, Technologieunternehmen und Energieagenturen beteiligt.
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