„Krone“-Kolumne

Worte, die wohl nur in Gottes Ohr landen

Kolumnen
23.11.2025 06:30

„Der drohende Untergang der Menschheit“ wäre für den ORF nur eine Routineangelegenheit. Wo blieben Dokumentationen über die Vorhersagen „wissenschaftlicher Propheten des Jüngsten Tages, in denen die Ozeane steigen und alle Küstenstädte verschlingen, weil die Erde durch einen Kohlendioxidfilter in der Atmosphäre erwärmt wurde und das Eis der Polarregionen schmilzt“?

Es war ein glühender Appell, „als Reporter, Wachhund, als Instrument zur Veränderung“ mehr über eine Welt zu berichten, in der sich die „Schöpfungsgeschichte umgedreht“ hatte. Ernst Trost, mein Vater, schrieb dies 1970 (!) in der „Krone“. Bevor Apollo 17 das ikonische Bild der „blauen Murmel“ mitbrachte – und die Menschen verstehen ließ, wie zerbrechlich und wunderschön unsere Erde ist. Lange bevor der Wissenschaftler James Hansen 1988 vor dem US-Senat meinte: „Globale Erwärmung ist keine Vorhersage mehr. Sie passiert bereits jetzt.“ Und lange vor der ersten Klimakonferenz COP1 1995.

55 Jahre sind vergangen, Jahre, in denen man wusste, dass die Propheten mit fast allem recht behalten sollten. Einiges hat sich getan, und doch viel zu wenig.

„Wir sind Hüter der Schöpfung, nicht Rivalen bei ihrer Ausplünderung“, mahnte der Papst nun bei der COP30. Worte, die vielleicht in Gottes Ohr landen, in dem der Verantwortlichen aber wohl bald wieder verklingen werden.

Zumindest der ORF ist seiner Verpflichtung nachgekommen, die Menschheit eher nicht ...

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