„Hab‘ sie angeschrien“

Kein Deal: Trump sauer auf „dumme“ Handelspartner

Außenpolitik
17.11.2025 23:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Auftritt im Oval Office sorgte US-Präsident Donald Trump am Montag für Irritationen: Seine deutlich belegte Stimme fiel sofort auf. Doch statt einer Erkältung steckte nach eigenen Angaben ein hitziger Streit hinter der Heiserkeit – ein Streit über einen internationalen Handelsdeal.

Trump erklärte vor Reportern, er fühle sich „großartig“. Der raue Klang seiner Stimme sei jedoch die Folge einer lautstarken Auseinandersetzung mit Vertretern eines ausländischen Staates. Dieser habe versucht, die Bedingungen eines bestehenden Handelsabkommens neu zu verhandeln.

„Ich war wütend, weil sie dumm waren bei etwas, das mit Handel und einem Land zu tun hatte“, sagte Trump. „Ich habe die Sache geklärt, aber ich habe meine Fassung verloren.“

Trump: „Warum soll ich Ihnen das sagen?“
Auf die wiederholte Nachfrage, um welchen Staat es sich handelte, wollte Trump keine Auskunft geben. „Warum sollte ich Ihnen das sagen?“, entgegnete er lediglich. Klar sei nur, dass er mit dem Versuch der Neuverhandlung „nicht zufrieden“ gewesen sei.

In den vergangenen Monaten hatte die US-Regierung mit mehreren Ländern über Handelsfragen verhandelt – darunter Japan, Kambodscha, Malaysia und Indonesien. Zudem traf Trump im Oktober in Südkorea auf Chinas Staatspräsident Xi Jinping, wo beide Seiten über eine Reihe strittiger Handelsfragen berieten.

Zoll-Disput vor allem mit China
Im Zuge dieses Treffens kündigte Trump unter anderem an, die Zölle auf chinesische Importe um zehn Prozentpunkte zu senken – von 57 auf 47 Prozent. China habe im Gegenzug zugesagt, mit den USA bei der Bekämpfung der Fentanyl-Krise zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus erklärte Trump, er werde die eigentlich für 1. November geplante Einführung eines weiteren 100-Prozent-Zolls auf chinesische Waren vorerst nicht umsetzen.

Der drastische Schritt war angedroht worden, nachdem China Exportkontrollen für seltene Erdmagnete angekündigt hatte. Diese Maßnahmen sollen nun um ein Jahr verschoben werden.

Trump zeigte sich nach den Gesprächen mit Xi äußerst zufrieden und kündigte an, dass ein umfassenderes Handelsabkommen „in naher Zukunft“ unterschrieben werden könne. Die Verhandlungen in Südkorea bewertete er mit „12 von 10“.

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