„Krone“-Kommentar

ORF-Unterhaltung wie aus der guten alten Zeit

Kolumnen
12.01.2026 06:00

Früher einmal, als angeblich noch alles besser war, wurde die SPÖ-Zentrale von Scherzbolden gerne Löwingerbühne genannt. Der etwas klägliche Witz hat mit der Adresse des ramponierten Bürogebäudes zu tun. Die SPÖ sitzt nämlich seit 1945 an der Hinterseite des Burgtheaters in der Löwelstraße. Und die Löwingerbühne spielte im Wiener Renaissancetheater eher derbes Bauerntheater, das von den 1970ern bis in die 1990er-Jahre ein populärer Fernseh-Fixpunkt an den Samstagnachmittagen war.

Diese Tradition der leichten Unterhaltung wollte der ORF am vergangenen Samstag wohl aufwärmen. Da traten nämlich wie in der Löwingerbühne der Reihe nach die Publikumslieblinge auf. Freilich nicht Paul, Sepp und Sissy Löwinger, sondern fast alle Größen und Freunde der Löwelstraße. Die erklärten nacheinander vor der ORF-Kamera, dass es in der SPÖ aber so etwas von überhaupt keine Debatte über ihren Vorsitzenden Andreas Babler gäbe.

Analysiert für die „Krone“: Innenpolitik-Experte Claus Pándi
Analysiert für die „Krone“: Innenpolitik-Experte Claus Pándi(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Als Erster trat Wiens Bürgermeister auf: „Ich kenne keine Personaldiskussion.“

Danach Josef Muchitsch, Beppo genannt und Baugewerkschafter: „Steht net auf der Tagesordnung.“

Markus Marterbauer, Finanzminister und Vorzeigesozialdemokrat: „Personaldiskussion gibts kane.“

Die tapfere Genossin Korinna Schumann sagt: „Wir haben einen Vorsitzenden.“

Am Ende wirft der ORF Hauptdarsteller Babler das Hölzerl zur finalen Pointe, ob er fest im Sattel säße?

„Natürlich“, sagt er.

Das Publikum lacht und dankt. Fortsetzung folgt.

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