In einer bemerkenswerten Wende hat die republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene öffentlich Reue für ihre Rolle in der „toxischen Politik“ gezeigt. Die Entschuldigung kommt inmitten eines erbitterten Streits mit ihrem langjährigen Verbündeten, Präsident Donald Trump, der die Georgierin als „Verräterin“ und „Schande“ bezeichnete.
„Ich möchte demütig sagen: Es tut mir leid, dass ich an der toxischen Politik teilgenommen habe. Das ist sehr schlecht für unser Land“, erklärte Greene am Sonntag in einem Interview mit CNN-Moderatorin Dana Bash. Die Abgeordnete räumte ein, dass sie erst jetzt über die Gefahren aggressiver Rhetorik spreche, nachdem sie selbst zur Zielscheibe geworden sei. „Ich denke, das ist faire Kritik“, gab Greene zu.
Trump ließ treue Gefolgschaft fallen
Der Konflikt zwischen Trump und Greene entzündete sich an den sogenannten Epstein-Akten – tausende Seiten Dokumente, Ermittlungsprotokolle und beschlagnahmte Beweismittel aus den Untersuchungen gegen den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Während Greene vehement für die Veröffentlichung der Akten eintritt, kämpft Trump massiv gegen deren Freigabe. Am Freitag zog der Präsident seine Unterstützung für Greene zurück und nannte sie einen Tag später eine „Verräterin“.
„Das sind die Art von Worten, die Menschen gegen mich radikalisieren und mein Leben in Gefahr bringen können“, warnte Greene im CNN-Interview. Sie berichtete von Kontaktaufnahmen privater Sicherheitsfirmen, die sie vor einer Welle von Drohungen warnten, die durch die Äußerungen „des mächtigsten Mannes der Welt“ angeheizt würden.
„Es läuft alles auf die Epstein-Akten hinaus“
Im Repräsentantenhaus bewegt sich derzeit eine sogenannte „Discharge Petition“ auf eine Abstimmung zu – ein Verfahren, das es Abgeordneten ermöglicht, die Führung zu umgehen und eine Abstimmung über die Freigabe der Epstein-Akten zu erzwingen. Alle Demokraten im Repräsentantenhaus sowie vier Republikaner – darunter Greene, Thomas Massie, Lauren Boebert und Nancy Mace – haben die Petition bereits unterzeichnet. Das Weiße Haus und Sprecher Mike Johnson lobbyieren massiv gegen die Veröffentlichung.
„Es läuft alles auf die Epstein-Akten hinaus, und das ist schockierend“, sagte Greene. „Ich stehe an der Seite dieser Frauen, ich stehe an der Seite von Vergewaltigungsopfern und Überlebenden von Menschenhandel. Ich glaube, das Land verdient Transparenz in diesen Akten.“
Trump wird seit Jahren mit Fragen zu seiner Beziehung zu Epstein konfrontiert und hat wiederholt jegliche Kenntnis von dessen Verbrechen bestritten. Der Präsident betont, seine Verbindungen zu Epstein seien auf gesellschaftliche Kontakte in Palm Beach, Florida, beschränkt gewesen, wo beide Männer in den 1990er Jahren Immobilien besaßen.
Greene mit kontroverser Vergangenheit
Greene, die seit ihrer Wahl ins Repräsentantenhaus 2020 als MAGA-Anhängerin und Provokateurin bekannt ist, hat eine kontroverse Vergangenheit. Vor ihrer Wahl verbreitete sie Verschwörungstheorien über die Anschläge vom 11. September 2001, behauptete fälschlicherweise, Präsident Barack Obama sei heimlich Muslim, und unterstützte die QAnon-Bewegung. CNN enthüllte 2021, dass Greene wiederholt Facebook-Posts mit Aufrufen zur Hinrichtung prominenter demokratischer Politiker geliked hatte.
Auch innerhalb ihrer eigenen Fraktion sorgte Greene für Kontroversen. 2023 wurde sie aus dem konservativen House Freedom Caucus ausgeschlossen, unter anderem wegen Streitigkeiten mit anderen Mitgliedern. Bei einer Ausschusssitzung 2024 beleidigte sie das Aussehen der Abgeordneten Jasmine Crockett und weigerte sich zu entschuldigen. Die Mehrheit der Republikaner im Gremium stimmte dennoch dafür, dass Greene weiterreden durfte – nur die republikanische Abgeordnete Lauren Boebert schloss sich den Demokraten an, die Greene zum Schweigen bringen wollten.
Greene: „Hoffe, dass Trump dasselbe tun kann“
Nun verspricht Greene eine Kehrtwende: „Ich bin nur für mich selbst und meine eigenen Worte und Handlungen verantwortlich, und ich habe in letzter Zeit viel daran gearbeitet, die Messer in der Politik niederzulegen“, sagte sie. „Ich möchte wirklich nur, dass die Menschen freundlich zueinander sind.“
Greene verwies in dem Interview auch auf die Ermordung von Charlie Kirk als einen Wendepunkt in ihrem Denken. Sie rief dazu auf, dass Amerika „einen neuen Weg nach vorn“ finden müsse und forderte ein Ende der „toxischen, gefährlichen Rhetorik und Spaltung“. „Ich gehe mit meinem eigenen Beispiel voran, und ich hoffe, dass Präsident Trump dasselbe tun kann“, schloss Greene.
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