Gedenken in Paris

Terror: „Europas 9/11“ jährte sich zum zehnten Mal

Ausland
13.11.2025 22:56

Was für die US-Amerikaner der elfte September ist, ist für Europa der 13. November 2015. Am Donnerstag jährten sich die blutigen Terroranschläge mit 130 Toten zum zehnten Mal. In Paris gedachte man der Opfer – der islamistische Terror beschäftigt Europa nach wie vor. „Was geschehen ist, ist nicht wieder gutzumachen“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor Hinterbliebenen.

Die Franzosen nennen ihn „V13“, abgekürzt für „Vendredi 13“. Jener verhängnisvolle Freitagabend, an dem drei islamistische Terrorkommandos in der französischen Hauptstadt Anschläge mit einem Ausmaß verübten, wie es davor noch nicht vorgekommen war. 

Bomben vor Cafés, Massaker in Konzerthalle
132 Menschen starben, über 400 wurden verletzt, als die Terroristen Bomben vor Cafés und dem Stade de France zündeten sowie in der Konzerthalle Bataclan in die Menge feuerten. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich später zu den Anschlägen. 

Das offizielle Gedenken in Paris begann am Donnerstag mit einer Kranzniederlegung am Sportstadion Stade de France, im Beisein von Präsident Macron, Regierungsmitgliedern und unter anderem Ex-Präsident François Hollande. Anschließend suchte Macron alle Anschlagsorte auf.

Mit einer Kranzniederlegung durch Präsident Emmanuel Macron und weitere Regierungsmitglieder ...
Mit einer Kranzniederlegung durch Präsident Emmanuel Macron und weitere Regierungsmitglieder begannen am Donnerstag die Gedenkfeiern in Paris.(Bild: AFP/LUDOVIC MARIN)
Die Konzerthalle Bataclan wurde zum Schauplatz eines Massakers.
Die Konzerthalle Bataclan wurde zum Schauplatz eines Massakers.(Bild: AP/Emma Da Silva)
(Bild: EPA/LUDOVIC MARIN / POOL)
(Bild: EPA/LUDOVIC MARIN / POOL)

Im Fußballstadion Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis hatte damals ein Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland stattgefunden. Der damalige französische Präsident Hollande und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier saßen auf der Tribüne, als vor dem Stadion ein Attentäter seinen Sprengstoffgürtel zündete. Er riss den 63 Jahre alten Busfahrer Manuel Dias mit in den Tod. Dieser blieb am Fußballstadion das einzige Opfer, weil es den Angreifern nicht gelang, in das Stadion einzudringen.

„Die Terroristen haben nicht gewonnen“
„Seit dem 13. November gibt es eine Leerstelle, die bleibt. (...) Mein Vater liebte das Leben, er glaubte an die Freiheit und die Freude, zusammen zu sein“, sagte Sophie Dias, Tochter von Manuel Dias, am Donnerstag.

„Wir wollen der Toten gedenken, aber auch die Kraft unserer Republik und unserer Kultur feiern: Die Terroristen haben nicht gewonnen“, sagte der Überlebende Arthur Dénouveaux dem Sender RMC. Dénouveaux ist Vorsitzender eines Opferverbandes, der sich zum zehnten Jahrestag offiziell auflöst, „um nicht im Opferstatus zu verharren“.

Sänger von Eagles of Death Metal trat ebenfalls auf
Die Namen der Opfer wurden von Menschen vorgetragen, die am 13. November 2015 im Einsatz waren, unter ihnen Sanitäter, Polizisten und eine Psychologin. Die Zeremonie in dem Gedenkgarten in der Nähe des Rathauses wurde auf eine Groß-Leinwand auf den Place de la République übertragen. An der dortigen Statue der Nationalfigur Marianne hatten Menschen bereits seit Tagen Kerzen und Blumen im Gedenken der Opfer abgelegt. Neben einem Requiem erklangen Instrumentalversionen von Rock-Klassikern – eine Hommage an die Opfer in der Konzerthalle Bataclan, wo in der Anschlagsnacht die US-Band Eagles of Death Metal gespielt hatte. Auch der Sänger der Band trat bei der Gedenkfeier auf.

Jesse Hughes, Sänger der Band Eagles of Death Metal, war bei der Einweihung der Gedenkstätte ...
Jesse Hughes, Sänger der Band Eagles of Death Metal, war bei der Einweihung der Gedenkstätte „Park des 13. November“ anwesend.(Bild: AP/Ludovic Marin)

Die Gedenkfeiern in Paris fanden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. „Die Gefahr ist noch immer sehr hoch“, sagte der französische Innenminister Laurent Nuñez im Sender BFMTV. Bereits in diesem Jahr habe man in Frankreich sechs Anschläge vereitelt, erklärte Nuñez. „Die Art von Anschlag, die wir leider vor zehn Jahren am 13. November erlebt haben, ist weniger wahrscheinlich.“

Anschlagswelle in Europa
Die Ereignisse der Terrornacht hatten eine Welle an Anschlägen losgetreten. Bereits im Jänner 2015 hatten in Paris Islamisten die Redaktionsräume der Satirezeitung „Charlie Hebdo“ gestürmt und mehrere Mitarbeiter getötet. Nur wenige Monate nach der Pariser Terrornacht erschütterte eine Anschlagsserie im März 2016 Belgien, nachdem einer der Pariser Terroristen in einem Brüsseler Vorort festgenommen worden war.

Es folgten Anschläge in Nizza (85 Tote), Berlin (Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt, 9 Tote), Manchester (22 Tote), Barcelona (17 Tote) – um nur einige zu nennen. Österreich wurde 2020 von einem Terroranschlag erschüttert, als ein Islamist in Wien mit einem Sturmgewehr in der Innenstadt das Feuer eröffnete und vier Menschen tötete. 

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