Österreichs Techniker haben im Flutlicht-Slalom von Madonna di Campiglio eine herbe Watschn kassiert. Während der Franzose Clement Noel am Mittwochabend zum Sieg raste, wurde Michael Matt als bester ÖSV-Läufer Zwölfter. Mit Manuel Feller, Fabio Gstrein, Dominik Raschner und Joshua Sturm schieden gleich vier ÖSV-Läufer aus, Marco Schwarz verpasste indes den zweiten Durchgang.
Die ÖSV-Slalomläufer haben in Madonna di Campiglio mit dem bisher schlechtesten Saisonabschneiden die nächste Schlappe kassiert. Mit Michael Matt als 12. und Johannes Strolz auf Platz 17. schafften es beim Weltcup-Nachtklassiker nur zwei Österreicher in die Punkteränge. Der Halbzeit-14. Manuel Feller schied im zweiten Lauf aus. Marco Schwarz war als 36. im Finale nur noch Zuschauer. Platz eins ging im fünften Slalom des Winters erstmals an Olympiasieger Clement Noel.
Der Franzose fing den zur Halbzeit führenden Finnen Eduard Hallberg (+0,12) noch ab. Dritter wurde Noels Landsmann und Gurgl-Sieger Paco Rassat (+0,37). Der in Levi und zuletzt in Alta Badia zweitplatzierte Noel feierte seinen 15. Weltcuperfolg. „Es ist immer speziell in Madonna. Es war für mich hier in den letzten Jahren ein bisschen schwierig, deshalb ist der Sieg sehr, sehr schön. Ich bin sehr glücklich mit meinem Rennen“, sagte Noel nach seinem ersten Triumph im italienischen Dolomitenort.
Dass Rassat neben ihm am Podest stehe, mache die Sache noch besser. „Es ist etwas Besonderes, mit einem Freund auf dem Podium zu stehen.“ Rassat stimmte zu und betonte: „Den Slalom-Jänner so zu beginnen, ist wirklich schön.“ Während der in Levi drittplatzierte Hallberg wieder auf das Podest kam, wurde der nach dem ersten Durchgang vor Noel auf Platz zwei gelegene Schweizer Tanguy Nef auf Rang zehn durchgereicht.
Ausfall statt Aufholjagd für Feller
Die in der Olympiasaison im Slalom weiter ohne Top-5-Ergebnis dastehenden Österreicher lagen bereits nach dem ersten Durchgang mit sehr engen Zeitabständen stark dezimiert im Hintertreffen. Feller fabrizierte anstelle einer Aufholjagd wie in Alta Badia (11.) auf der eisigen „Canalone Miramonti“ einen Ausfall. Sein hohes Risiko im zweiten Lauf habe sich nicht bezahlt gemacht. „Wenn ich nicht riskiere, bist du da schnell einmal 15. oder 20. – dafür fahre ich nicht Ski, ich will weiter nach vor“, sagte Feller und versprach weiterhin vollen Angriff. „Ich kann nur weitermachen und alles geben, was ich habe. Vielleicht funktioniert es in Adelboden“, sagte der Ex-Slalomweltcupsieger.
Matt machte nach Rang 17 im ersten Durchgang noch etwas Boden gut. „Der Fehler im Mittelteil tut sehr weh, sonst passt der Speed, wenn ich das in zwei Läufen zeigen kann, ist es möglich, dass ich wieder ganz vorne dabei bin“, sagte der Tiroler. Auch im Vorjahr war für das ÖSV-Team im Trentino nichts zu holen gewesen. Der damals zehntplatzierte Fabio Gstrein schied diesmal wie Dominik Raschner und Joshua Sturm aus. Simon Rueland und Jakob Greber verpassten wie Schwarz den zweiten Durchgang.
Ex-Madonna-Sieger Schwarz „einfach schlecht“
Der vor Weihnachten mit zwei Siegen (RTL, Super-G) aufzeigende Schwarz kam überhaupt nicht ins Carven. „Das hat nicht viel mit Slalomfahren zu tun gehabt. Ich glaube, ich bin einfach nicht ganz sauber skigefahren, am Material hat es nicht gelegen, da muss ich mich selber bei der Nase nehmen, das war einfach schlecht“, sagte Schwarz. Nach guten Trainingsfahrten hatte sich der Madonna-Sieger von 2023 auch im Slalom eine Steigerung erhofft, das Vorhaben muss er auf das Wochenende verschieben. „Abhaken, in Adelboden geht es weiter“, so Schwarz, der vor dem Riesentorlauf und dem Slalom in der Schweiz seinen zweiten Platz im Gesamtweltcup hinter dem überlegenen Marco Odermatt verteidigte. In der Slalomwertung schaut es für den ÖSV hingegen düster aus. Bester Österreicher ist Matt als Zwölfter.
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