Nach Fluchtversuch
USA beschlagnahmen russischen Öltanker
Nach einer Flucht im Atlantik haben die USA offenbar einen russischen Öltanker mit Verbindungen nach Venezuela beschlagnahmt: Das Schiff The Marinera, das zuvor Bella 1 hieß, hatte zuvor den Kurs gewechselt, um einer Kontrolle durch die USA zu entkommen.
Laut CNN wurde der Tanker von den USA bereits 2024 sanktioniert, weil er Teil einer „Schattenflotte“ von Tankern war, die illegales Öl transportierten. Die Beschlagnahme soll laut Reuters durch die Küstenwache und das US-Militär durchgeführt worden sein.
Bereits im vergangenen Monat habe die Küstenwache versucht, den Tanker in der Nähe von Venezuela zu entern – die Besatzung verhinderte das, indem sie den Kurs in Richtung Nordost änderte. Die USA nahmen daraufhin die Verfolgung auf und überwachten den Tanker tagelang vor dem Zugriff von einem Stützpunkt in England aus.
Hier wird die Route des Öltankers gezeigt:
USA betrachten Tanker als staatenlos
Während der Verfolgung hatte die Besatzung schließlich eine russische Flagge auf den Rumpf gemalt und behauptet, unter dem Schutz Moskaus zu stehen. Im Zuge dieser Maßnahme tauchte der Tanker auch unter dem neuen Namen Marinera im offiziellen russischen Schiffsregister auf. Die US-Regierung will das aber offenbar ignorieren und betrachtet das Schiff laut Quellen von CNN als staatenlos.
Heimatschutzministerin Kristi Noem feierte den Einsatz: „Die Kriminellen dieser Welt sind gewarnt. Ihr könnt fliehen, aber ihr könnt euch nicht verstecken. Wir werden in unserem Bestreben, das amerikanische Volk zu schützen und die Finanzierung des Drogenterrorismus zu unterbinden, wo immer wir sie finden, niemals nachlassen.“ Dazu postete sie ein Video des Einsatzes.
Russland soll den Berichten zufolge vor dem US-Einsatz ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben. Vor der Beschlagnahmung des Tankers hatten die USA militärische Einheiten nach Großbritannien verlegt.
Das Europäische Kommando der Vereinigten Staaten berichtete auf X von der Beschlagnahme:
Russland betrachtet die Lage mit Sorge
US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor der militärischen Operation in Venezuela mit der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen. Der Tanker soll Öl aus Venezuela und dem Iran transportiert haben. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.
Moskau fordert ungehinderte Heimkehr
Das russische Außenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker. Man verfolge die Lage auf der Marinera aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Das US-Militär benutzt für den Tanker den Namen Bella 1, so hieß es vor einer Umbenennung.
„Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern“, hieß es.
Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäß registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hieß es. Diese sei ordnungsgemäß und nach internationalem Recht erteilt worden.
Dem „Wall Street Journal“ zufolge wollte der Tanker ursprünglich in Venezuela anlegen und soll derzeit ohne Fracht unterwegs sein.









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