Nach zwei schwierigen Jahren dürfte heuer am österreichischen Immobilienmarkt wieder die Zuversicht zurückkehren. So rechnen die Experten von RE/MAX mit mehr Nachfrage, einem steigenden Angebot und eher moderat zulegenden Preisen – und zwar erstmals seit Langem wieder bei allen Objekttypen.
Besonders auffällig ist, dass Eigentumswohnungen wieder an Attraktivität gewinnen. Nachdem Mieten in den vergangenen Jahren stark nachgefragt waren, holen Kaufobjekte nun auf und überholen sie in der Nachfrageentwicklung. Bei der Preisprognose sieht es allerdings anders aus. Dort liegen die neuen, freien Mietwohnungen in zentraler Lage (siehe Grafik) mit plus vier Prozent heuer klar an der Spitze. Zentrale Eigentumswohnungen legen hingegen um 3,5 Prozent zu. Allerdings ist hier ein Stadt-Land-Gefälle zu bemerken. Eigene Wohnungen am Land dürften nämlich nur um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr teurer werden.
Der österreichische Immobilienmarkt lässt die Talsohle hinter sich. Laut einer aktuellen RE/MAX Immobilienmarktstudie verfestigt sich der moderate Aufschwung, der im Vorjahr begonnen hat. Die Erwartungen für das heurige Jahr sind erstmals seit Langem in allen Segmenten positiv: Nachfrage, Angebot und Preise sollen bundesweit zulegen. Konkret rechnen die Experten für den gesamten Immobilienmarkt in Österreich mit plus 3,9 Prozent bei der Nachfrage, plus 2,8 Prozent beim Angebot und plus 3,4 Prozent beim Preis gegenüber 2025. Die Preise bewegen sich somit ungefähr in Höhe der Inflation und würden somit nicht die Teuerung antreiben. „Der stotternde Neustart 2025 ist überwunden, 2026 sollte der Markt wieder verlässlicher funktionieren“, sagt Anton Nenning, Head of Research bei RE/MAX Austria.
Die eher moderaten Kostenzuwächse dürften sich aber spätestens Ende des Jahres, Anfang 2027 ändern, so die Experten. Der Grund: Die in den letzten Jahren gestiegenen Zinsen, die KIM-Verordnung der Finanzmarktaufsicht (erschwerte die Kreditvergabe) sowie die gestiegenen Baukosten haben den Neubau einbrechen lassen. „Das wird uns in den nächsten Jahren auf den Kopf fallen“, betont Immobilienexperte Nenning.
RE/MAX geht davon aus, dass die Preise für Eigentumswohnungen in den nächsten Jahren wieder deutlich stärker steigen werden als heuer. „2026 ist ein guter Zeitpunkt für einen Kauf“, lautet daher die Empfehlung von RE/MAX-Österreich-Chef Bernhard Reikersdorfer. Vorher jedoch unbedingt die Finanzierungsmöglichkeiten abklären. Die KIM-Verordnung sei zwar nicht mehr gültig, aber die dahinter stehenden, strengen Vorgaben würden von der FMA noch immer eingefordert. Dadurch können sich beispielsweise viele Jungfamilien weiterhin kein Eigentum leisten.
Heuer noch bis Ende Juni Gebührenbefreiung
Ebenfalls für einen baldigen Kauf spricht, dass noch bis 30. Juni 2026 die Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr (bis zu 500.000 Euro, bei einem geplanten Hauptwohnsitz) entfällt. Reikersdorfer fordert hier von der Politik eine Verlängerung der Gebührenbefreiung.
Ein Comeback dürften auch Einfamilienhäuser feiern. Sowohl Angebot, als auch Nachfrage legen zu. Die Preisentwicklung wird sich mit plus drei Prozent im Rahmen der aktuellen Inflation bewegen. Ein Anzeichen, dass auch hier die Preise künftig wieder kräftiger steigen, ist die stärkere Nachfrage- als Angebotsentwicklung.
Auch Trend bei Gewerbeimmobilien dreht sich
Erstmals seit 2021 zeigen heuer auch die Gewerbeimmobilien wieder positive Vorzeichen. Wurden Ladenlokale, Büros, Gewerbegrundstücke und Bürogebäude 2025 noch zwischen 3,9 und 5,5 Prozent billiger, dürfte es heuer von 2,8 Prozent bei Bürogebäuden bis zu 3,9 Prozent für Ladenlokale hinaufgehen.
Preissteigerungen in Salzburg am geringsten
Die regionalen Unterschiede bleiben jedoch bestehen. Während der Österreichschnitt über alle Immobiliensegmente hinweg heuer von einem Preisanstieg von 3,4 Prozent ausgeht, wird der Anstieg in Niederösterreich mit plus 4 Prozent und in Wien mit plus 4,2 Prozent deutlich höher ausfallen. Deutlich weniger aufwärts geht es hingegen im Burgenland mit plus 2 Prozent sowie in Salzburg, wo „nur“ ein Anstieg von 1,5 Prozent prognostiziert wird.
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