„Getränke-Kunde“

Auf ein „Schallabier“ auf der Schallaburg

Niederösterreich
12.10.2025 16:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Historische Festtafel: Eine „bierige“ Überraschung lockt jetzt auf die beliebte Ausstellungsburg im Mostviertel. Na dann: „Prost“!

Der kleine Festsaal der Schallaburg wurde in den vergangenen Monaten neu aufgestellt. Aus den Sammlungen des Landes Niederösterreich wurden einige prominente Leihgaben zur Verfügung gestellt. Besonderes Highlight sind drei „Bier-Humpen“ aus Glas.

Kunstvoll verzierte Krüge
Diese kunstvoll verzierten Krüge dienten als Trinkgefäße für Festivitäten, bei denen man sich mit Trinksprüchen zugeprostet hat. Motive auf den historischen Gläsern zeigen den Bezug zur höfischen Festkultur der Habsburger – auf die man sich trotz der sich abzeichnenden Glaubensgegensätze von Katholizismus und Protestantismus immer bezog.

Die drei ausgestellten „Humpen“: Eine Pracht, die Geschichte erzählt.
Die drei ausgestellten „Humpen“: Eine Pracht, die Geschichte erzählt.(Bild: Imre Antal)

Ausstellung in den Festräumlichkeiten

Die Humpen sind gemeinsam mit einer stilisierten Festtafel und zahlreichen anderen Stücken zur Geschichte der Schallaburg nun in den ehemaligen Festräumlichkeiten der Burg zu sehen. Auf der Schallaburg wurde im Mittelalter vermutlich kein Bier gebraut, aber in den zur Grundherrschaft gehörenden Orten sehr wohl – und der Gerstensaft wurde bei Bedarf auf die Burg gebracht. Seit heuer kann dort aber das „Schallabier“ gekauft werden.

Der historische Hintergrund: Die Geschichte des Bieres im deutschen Sprachraum ist reich und vielschichtig – besonders im 16. und 17. Jahrhundert spielte Bier nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine religiös-kulturelle Rolle. Die Schallaburg war im 16. Jahrhundert ein wichtiger Bezugspunkt für die neuen Lehren der Reformation. Und auch das Bier spielte in dieser Zeit eine wichtige Rolle.

„Getränk der Protestanten“
Martin Luther selbst war ein großer Freund des Bieres. Er stammte aus Thüringen, einer Region mit lebendiger Brautradition, und seine Frau Katharina von Bora betrieb eine eigene Brauerei im Hause Luther in Wittenberg. Luther lobte ihr Bier ausdrücklich – es war für ihn nicht nur Genussmittel, sondern ein Teil des häuslichen Lebens und Ausdruck christlicher Freiheit. Im Zuge der Reformation wurde Bier auch zum Symbol des einfachen, bürgerlichen Lebens, das der Prunk der katholischen Kirche kontrastierte. Luthers positive Haltung zum Bier trug zur Akzeptanz des Getränks in protestantischen Regionen bei.

Das „Reinheitsgebot“
Im 16. Jahrhundert setzte sich das Reinheitsgebot von 1516 durch – zunächst in Bayern, später mit wachsender Wirkung auch im übrigen deutschsprachigen Raum. Es schrieb vor, dass Bier nur aus Wasser, Gerste und Hopfen gebraut werden dürfe. Hefe wurde damals noch nicht bewusst zugesetzt – man vertraute auf die spontane Gärung oder auf Rückstände aus vorherigen Suden. Gebraut wurde meist in offenen Bottichen über Holzfeuer. Die Qualität des Bieres variierte stark, abhängig vom Wasser, den Malzsorten und der Erfahrung des Braumeisters. In den deutschsprachigen Ländern waren es übrigens oft die Frauen gewesen, die sich um das Bierbrauchen kümmerten.

Bier war ein „städtisches Phänomen“
Das Bierbrauen im größeren Stil war seit dem Mittelalter eigentlich ein eher städtisches Phänomen. Brauereien waren oft stadteigene Betriebe oder gehörten Zünften und Klöstern. Der Vertrieb erfolgte über Schankrechte, die teils sehr streng reguliert waren. In Städten bestimmten Brauordnungen, wann gebraut werden durfte und wer ausschenken konnte. Das alles ist im kleinen Festsaal der Schallaburg „erlebbar“.

Übrigens: Die Ausstellung „Träume träumen“ endet am 2. November – „Krone“-Tipp: rasch noch ansehen!

Infos im Internet:  www.schallaburg.at

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