18.11.2013 14:47 |

Medaillenjagd

Olympia-Game "Mario & Sonic: Sotschi 2014" im Test

Ein Aufgebot bekannter Videospielhelden von Nintendo und Sega läutet auf der Wii U schon einige Wochen vor dem offiziellen Start Anfang Februar die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi ein. Mario, Sonic und ihre Freunde stellen sich in "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen: Sotschi 2014" einer Vielzahl verschiedener Wintersportdisziplinen und wetteifern um die Medaillen. Wie sich die Sammlung aus insgesamt 16 abgedreht aufbereiteten olympischen Disziplinen spielt, verrät unser Test.

Rechtzeitig vor dem Start der kommenden Winterolympiade schicken Nintendo und Sega ihre Helden ins Rennen um die Gunst der Wintersport-Fans. Wie schon bei den Vorgängerspielen zur Sommerolympiade 2012 in London und den Winterspielen 2010 in Vancouver messen sich die beliebten Figuren der beiden Traditions-Spielehersteller in "Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen: Sotschi 2014" in allerlei olympischen Disziplinen und kämpfen um die Stockerlplätze.

Dabei gibt's je zehn Nintendo- und zehn Sega-Charaktere und insgesamt 16 olympische Disziplinen, in denen sich der Spieler austoben darf. An Abwechslung mangelt es dabei nicht. Den Rausch der Geschwindigkeit erlebt man bei der klassischen Abfahrt oder im Bob, auf Genauigkeit kommt es beim Curling an und wer Rhythmus im Blut hat, darf sich auch im Eiskunstlauf versuchen. Neben den witzig gemachten Bewerben gibt's noch einige weitere "Traumdisziplinen", die zwar keinen echten olympischen Bewerb zum Vorbild haben, dafür aber besonders viel Action bieten.

Wenig Handlung, dafür hohes Tempo
Eine wirklich Story hat das Game dabei nicht zu bieten – es sei denn, man betrachtet den Modus "Legendärer Showdown", in dem Mario und Sonic ein böses Schatten-Ich im sportlichen Wettkampf übertrumpfen müssen, als Einzelspielerkampagne. Stattdessen geht es um unkomplizierte Action im Schnee, bei der Spaß und Tempo im Vordergrund stehen. Da verwundert es nicht, dass die ohnehin schon rasante Abfahrt zahlreiche Geschwindigkeits-Boosts in petto hat und beim Bobrennen immer wieder der Nachbrenner anspringt.

Das ist dem Realismus nicht immer zuträglich, sorgt aber dafür, dass selbst Sportspiel-Muffel bei "Mario & Sonic: Sotschi 2014" auf ihre Kosten kommen. Zumindest, wenn sie mit der Steuerung zurechtkommen. Die ist nämlich der große Schwachpunkt an "Mario & Sonic: Sotschi 2014". Die einzelnen Bewerbe verlangen nicht nur nach unterschiedlichen Eingabemethoden, sondern erfordern oftmals auch unnötig komplizierte Handlungen seitens des Spielers.

Steuerung zu kompliziert für Party-Spaß
So dürften Freunde präziser Eingabemechaniken beispielsweise wenig davon angetan sein, dass die meisten Renndisziplinen durch die Neigung des Wii-U-Gamepads oder einer WiiMote gesteuert werden. Wer schon einmal "Mario Kart" mit dem Lenkrad gespielt hat, weiß: in puncto Präzision reicht diese Eingabemethode nicht ansatzweise an den klassischen Analogstick heran.

Hinzu kommt, dass es mit dem Neigen des Eingabegeräts in die richtige Richtung meist noch nicht getan ist. Zusätzlich gilt es nämlich meist, beim Start oder – etwa beim Skispringen – der Landung bestimmte Kommandoabfolgen zu meistern, ohne die der ganze Lauf zu scheitern droht.

Das ist vor allem im Mehrspielermodus lästig und disqualifiziert das Spiel als unkomplizierten Multiplayer-Kracher, der es hätte werden können. Weil nämlich die Steuerung so ungenau und kompliziert ist, haben Neulinge größte Schwierigkeiten, die Protagonisten heil ins Ziel zu steuern. Tatsächlich braucht es bei jeder Disziplin ein paar Anläufe, bis man die Steuerung gemeistert hat – und diese Zeit will bei einem unkomplizierten Scharmützel üblicherweise niemand investieren.

Steuerung nicht präzise, hie und da aber spaßig
Diese Steuerungsschwächen ziehen sich durch die meisten Disziplinen. Geht es einmal nicht darum, möglichst schnell im Ziel zu sein, muss die WiiMote etwa beim Eiskunstlauf auf eine bestimmte Art und Weise geschwungen werden.

Dass dabei nicht jede Bewegung zuverlässig erkannt wird und das WiiMote-Herumgefuchtel des Spielers manchmal keine Reaktion im Spiel hervorruft, macht es nicht leichter. Und dass das Spiel nur in Kombination mit einer WiiMote mit MotionPlus-Modul läuft, schließt Spieler mit älteren Wii-Fernbedienungen aus.

Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass die Steuerung zumindest in manchen Disziplinen zwar nicht sonderlich präzise ist, aber immerhin Spaß macht. Mit WiiMote und Nunchuck in der Abfahrtshocke vor dem TV-Gerät zu stehen und sich wie der "Herminator" in seinen besten Jahren in die Kurven zu lehnen, sorgt nicht nur bei den Zuschauern für Bewunderung, sondern auch für Mittendrin-Gefühl beim Spieler.

Grips-Aufgaben dienen der Auflockerung
Wer genug von den olympischen Bewerben hat, kann sich – ohne Steuerungsprobleme – im Modus "Geschick & Grips" Denksportaufgaben und Geschicklichkeitsspielen stellen. Die haben zwar nur wenig mit dem Olympia-Thema zu tun, dem sich das Spiel nun mal verschrieben hat, bringen aber immerhin Abwechslung rein.

Die Schwächen bei der Steuerung sind umso ärgerlicher, weil das Spiel ansonsten einen guten Eindruck machen würde. Die Schauplätze sind liebevoll designt und erstrahlen in einem liebenswerten, hochauflösenden Comic-Look. Die Lichteffekte wissen zu gefallen und die Charaktere sind ebenfalls sehr ansehnlich, wenngleich manch eine Animation unfreiwillig komisch aussieht.

Sound-Aussetzer, wenige Online-Bewerbe
Der Sound hinterlässt wiederum ein zwiespältiges Bild. Das liegt weniger am Soundtrack, der sich bei Ohrwürmern vergangener Mario- und Sonic-Games bedient und entsprechend eingängig ist, sondern vor allem am sich wiederholenden Kommentator, dessen Stimme nicht so recht ins Olympia-Setting passen will. Hin und wieder kommt es zudem zu Sound-Aussetzern.

"Mario & Sonic: Sotschi 2014" bietet neben lokalen Mehrspielermodi, die wegen der bereits angesprochenen Schwierigkeiten mit der Steuerung im Multiplayer-Test allerdings nur wenig Anklang fanden, auch einen Online-Modus. Darin dürfen Spieler aus aller Herren Länder gegeneinander antreten – allerdings nur in vier verschiedenen Bewerben. Die sind zwar witzig – besonders das "Winterwettrennen der Champions", das ein wenig an "Mario Kart" erinnert - allerdings wegen ihrer geringen Anzahl auch recht schnell zur Genüge erkundet.

Fazit: Wäre die Steuerung besser gelöst, hätte "Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Sotschi 2014" eine wirklich spaßige Minispielsammlung mit reichlich Multiplayer-Potenzial werden können. So ist es zwar immer noch eine unterhaltsame Sammlung, so richtig Freude will aber nicht aufkommen. Zu mühsam ist der Einstieg, zu unpräzise und kompliziert die Steuerung. Hinzu kommen kleine Schwächen beim Sound. Immerhin: Das Game bietet ansehnliche Grafik, liebenswerte Charaktere und abwechslungsreiche Modi. Das rettet es aber auch nur für hartgesottene "Mario & Sonic"-Fans.

Plattform: Wii U
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 6/10

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