Starke Geschäftszahlen

Logistikriese Gebrüder Weiss trotzt allen Krisen

Vorarlberg
09.03.2026 14:05
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Trotz Kriegen, US-Zöllen und sonstigen Verwerfungen konnte das Vorarlberger Logistikunternehmen Gebrüder Weiss im Geschäftsjahr 2025 seinen Umsatz steigern und Marktanteile ausbauen.

Der Transport- und Logistikriese Gebrüder Weiss ist weltweit aktiv. Zwar bekommt auch das Vorarlberger Traditionsunternehmen die gegenwärtigen Unsicherheiten im Welthandel zu spüren, dennoch laufen die Geschäfte nach wie vor gut. Sehr gut sogar: So hat Gebrüder Weiss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoumsatz von stolzen 2,73 Milliarden Euro abgeschlossen und liegt damit leicht über dem Niveau des Vorjahres (2024: 2,71 Milliarden Euro).

Trotz der verhaltenen Konjunktur in Europa gewann das Unternehmen Marktanteile hinzu und steigerte zugleich seine Produktivität. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2025 anspruchsvoll – insbesondere in unseren mitteleuropäischen Kernmärkten. Dass wir dennoch leicht gewachsen sind und parallel weiter investieren konnten, zeigt die Leistungsfähigkeit und finanzielle Stärke unserer Organisation“, ist Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gebrüder Weiss, mit der Performance zufrieden. „Europa bleibt das Rückgrat unseres Geschäfts und Schwerpunkt unserer Investitionen. Gleichzeitig nutzen wir Chancen in globalen Wachstumsmärkten, um unser Netzwerk strategisch weiterzuentwickeln.“

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Gebrüder Weiss ist finanziell sehr solide aufgestellt, international präsent und investiert gezielt in Infrastruktur.

Wolfram Senger-Weiss

Finanziell hoch solide und breit aufgestellt
Dass der Vorarlberger Logistiker, der weltweit rund 8600 Mitarbeiter beschäftigt, nach wie vor einen Wachstumskurs fahren kann, liegt auch an der soliden finanziellen Basis: So lag 2025 die Eigenkapitalquote wie schon im Jahr zuvor bei über 60 Prozent – ein beeindruckender Wert. Zudem ist das Unternehmen breit aufgestellt – und kann daher auch Probleme in einzelnen Feldern abfedern.

Im Bereich „Landtransport Europa“ erwirtschaftete Gebrüder Weiss mit einem Umsatz von 1,55 Milliarden Euro ein leichtes Plus (2024: 1,52 Milliarden Euro). Obwohl sich der Umsatz in Deutschland leicht rückläufig entwickelte, gewann Gebrüder Weiss dort Marktanteile hinzu. In Osteuropa baute der Logistiker seine Position ebenfalls aus. Davon profitierte letztlich auch das Home-Delivery-Geschäft, das mit 1,36 Millionen Zustellungen erneut zulegte (2024: 1,31 Millionen).

Das Logistikunternehmen Gebrüder Weiss erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoumsatz ...
Das Logistikunternehmen Gebrüder Weiss erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoumsatz von 2,73 Milliarden Euro.(Bild: Gebrüder Weiss)

Im Bereich „Air & Sea“ stiegen die transportierten Mengen, insbesondere auf der Achse Asien-Europa sowie im innerasiatischen Handel. In Sachen Luftfracht war das Wachstum vor allem auf das E-Commerce-Geschäft zwischen China und Europa zurückzuführen. Aufgrund gesunkener Luft- und Seefrachtraten lag der Umsatz in diesem Bereich mit 913 Millionen Euro allerdings leicht unter dem Vorjahreswert (2024: 929 Millionen Euro). 

Auch im Logistiksektor verzeichnete Gebrüder Weiss Zuwächse: Der Umsatz in der Kontraktlogistik und dem Supply-Chain-Management stieg um sieben Prozent auf 147 Millionen Euro. DPD Österreich, bei dem der Paketdienst von Gebrüder Weiss Mitgesellschafter ist, verzeichnete ebenfalls ein Wachstum: Die Zahl der transportierten Pakete stieg auf 64,6 Millionen – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 62,3 Millionen).

Investitionen stärken Effizienz und Netzwerk
Trotz der Unsicherheiten hat der Logistikriese auch 2025 seine Expansionsstrategie konsequent fortgesetzt. In Südostasien gründete das Unternehmen in Thailand und auf den Philippinen neue Landesgesellschaften. Durch die Mehrheitsübernahme an „Sienzi Lojistik“ wurde zudem die Zoll- und Lagerlogistik in der Türkei gestärkt. Und in Nordamerika ist in Phoenix, Arizona, ein Standort eröffnet worden. 

In Europa investierte Gebrüder Weiss wiederum vor allem in den Ausbau bestehender Niederlassungen, unter anderem in Zagreb (Kroatien), Aldingen (Baden-Württemberg) und Wels (Oberösterreich). In Salzburg wurde mit der Erweiterung des Standorts begonnen. Und nicht zuletzt konnte mit der Inbetriebnahme des neuen Logistik- und IT-Centers in Wolfurt Ende 2025 ein zentrales Infrastrukturprojekt abgeschlossen werden: Das vollautomatisierte Hochregallager verbindet moderne Logistikprozesse mit leistungsfähigen IT-Systemen und hohen Nachhaltigkeitsstandards. Insgesamt belief sich die Investitionssumme im Jahr 2025 auf 146 Millionen Euro und lag damit rund 16 Prozent über dem Wert des Vorjahres (2024: 126 Millionen Euro).

In Österreich nahm der Logistiker 14 neue E-LKW in Betrieb und errichtete eine eigene ...
In Österreich nahm der Logistiker 14 neue E-LKW in Betrieb und errichtete eine eigene Ladeinfrastruktur.(Bild: Gebrüder Weiss)

Nachhaltigkeitsziel strategisch verankert
Ein großes Thema bei Gebrüder Weiss ist Nachhaltigkeit, welche mittlerweile fest in der Unternehmensstrategie verankert ist. So hat sich das Unternehmen im Rahmen der „Science Based Targets initiative“ (SBTi) zu wissenschaftlich fundierten Klimazielen verpflichtet. 2025 wurden diesbezüglich einige Meilensteine erreicht: Durch zusätzliche Photovoltaikanlagen stieg die installierte Leistung auf 19,7 Megawatt Peak.

Die erzeugten 15.000 Megawattstunden Strom entsprechen rund der Hälfte des weltweiten Strombedarfs aller GW-Standorte. Zudem nahm das Unternehmen in Österreich 14 weitere E-Lkw in Betrieb und baute die Ladeinfrastruktur aus. Mit transparentem CO₂-Reporting und einem Anrechnungsmodell für nachhaltige Kraftstoffe („Book & Claim“) ermöglicht Gebrüder Weiss auch seinen Kunden, eingesparte Emissionen einzelnen Sendungen zuzuordnen und so ihre Klimaziele messbar zu erreichen.

Unwägbarkeiten machen Prognosen schwierig
Bezüglich der künftigen Entwicklung gibt sich Wolfram Senger-Weiss vorsichtig optimistisch: „Die Unsicherheiten im Welthandel werden uns auch 2026 begleiten. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die geopolitische Lage weiter verschärft und macht deutlich, wie schnell globale Lieferketten unter Druck geraten können. Gerade in dieser Phase sind stabile Transportnetzwerke und verlässliche Partner entscheidend. Gebrüder Weiss ist finanziell sehr solide aufgestellt, international präsent und investiert gezielt in Technologie und Infrastruktur. So können wir unsere Kunden auch zukünftig in einem anspruchsvollen Umfeld begleiten.“

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