„Menschenunwürdig“
40 Migranten in Fesseln nach Albanien gebracht
Das italienische Marineschiff „Libra“ hat am Freitag 40 Migranten, deren Asylanträge abgelehnt worden waren, von der süditalienischen Adria-Hafenstadt Brindisi nach Albanien gebracht.
Nach Angaben der italienischen EU-Parlamentarierin und Menschenrechtsaktivistin Cecilia Spada waren die Handgelenke der Migranten während der ganzen Überfahrt mit Bändern gefesselt. An Bord befanden sich 80 Sicherheitskräfte, also zwei pro Migrant.
„Unruhen an Bord“
„Man hat uns erklärt, dass diese Maßnahme aus Sicherheitsgründen ergriffen und zur Vermeidung von Selbstverletzungen und Unruhen an Bord beschlossen worden sei. Das ist menschenunwürdig“, bemängelt Strada.
„Italienisches Recht findet Anwendung“
Die EU-Kommission wollte diese Vorwürfe nicht kommentieren. „Nach unseren Informationen wird das italienische Recht in den italienischen Flüchtlingszentren in Albanien Anwendung finden, wie es bisher im Asylbereich der Fall war“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission.
Meloni hatte im November 2023 ein Abkommen mit ihrem albanischen Amtskollegen Edi Rama über zwei Aufnahmelager auf albanischem Boden geschlossen. Von der italienischen Küstenwache gerettete Migranten sollten den Plänen zufolge aufgeteilt werden.
Lagerprojekt in Italien gestoppt
Frauen und Kinder sollten nach Italien gebracht werden, bis zu 3000 Männer jedoch in die Lager in Albanien, wo ihre Asylverfahren von italienischen Behörden abgewickelt werden sollen. Das Projekt wurde jedoch bisher durch einige Gerichtsurteile in Italien gestoppt.
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