29.08.2013 22:57 |

Kaum zu bändigen

Stronach-Sieg gegen Bucher - aber nur bei Redezeit

Sie duzen einander und liegen inhaltlich weitgehend auf einer Linie - dennoch war das ORF-Duell BZÖ-Chef Josef Bucher gegen Neo-Politiker Frank Stronach am Donnerstag von gegenseitigen Vorwürfen geprägt. Vor allem der Milliardär redete und redete, allerdings meist ohne auf die konkreten Fragen zu antworten.

Anfangs widmeten sich die beiden Politiker, die derzeit Gegner in einem Zivilprozess sind, der Frage, wie genau Stronach um Bucher geworben hatte und wie das Geld - Bucher spricht davon, dass ihn Stronach um 500.000 Euro habe "kaufen" wollen - versprochen wurde. So richtig aggressiv wurde diese Vergangenheitsbewältigung aber nicht betrieben. Bucher durfte sich von Stronach dann einmal mehr attestieren lassen, ein "netter Bursch" zu sein, aber "fehl am Platz". Bucher verstehe außerdem nichts von Wirtschaft und sei ein Lügner (siehe Video in der Infobox). Doch "wenn er arbeitslos ist, geb' ich ihm Geld", so der Milliardär abschätzig.

Stronach redete und redete, Bucher sprach phasenweise auch
Stronach redete sein Gegenüber regelrecht nieder. Das machte sich auch in der Redezeit bemerkbar: vier Minuten mehr für den Magna-Gründer. Nur phasenweise hielt der BZÖ-Chef dagegen: Er forderte von Stronach, dessen viel zitierte Werte einzuhalten und seine Steuern in Österreich zu zahlen. "Wenn du alles hier versteuerst, dann darfst du 365 Tage in Österreich sein. Das ist doch großartig!", so sein "Tipp" Richtung Stronach, der immer wieder ausreisen muss, um nicht zur Gänze in Österreich steuerpflichtig zu werden. Würde Stronach sein gesamtes Einkommen hierzulande versteuern, "dann würdest du deinem Land am meisten dienen".

Stronach ging auf Thurnhers Fragen kaum ein
Nahezu völlig ignorierte Stronach die Fragen von Moderatorin Ingrid Thurnher, etwa jene nach dem Euro oder auch nach dem Abbau der heimischen Schulden - Stronach wollte stets lieber über andere Themen reden und beklagte sich ausführlich über zu wenig Zeit.

Bucher will Nord- und Süd-Euro
Bucher trat für zwei unterschiedliche Währungszonen, einen Nord- und einen Süd-Euro, ein. Und er betonte, auch nach der Nationalratswahl nicht ins Team Stronach wechseln zu wollen, selbst wenn das BZÖ den Einzug ins Parlament nicht mehr schaffen sollte.

Umfrage: Bucher kompetenter, Stronach spontaner
In der aktuellen repräsentativen "Krone"/IMAS-Umfrage zur Konfrontation (Sample: 309) hat Bucher das Duell klar gewonnen. Der BZÖ-Chef ist in der Kategorie "sympathisch", "sachlich" und "kompetent" deutlich besser bewertet worden als Stronach. Dieser hat hingegen bei den TV-Zusehern den Eindruck hinterlassen, er wäre "spontaner" als Bucher.

Im Gesamteindruck sind 57 Prozent der Befragten der Ansicht, Bucher habe besser abgeschnitten, 21 Prozent meinen, Stronach sei der Bessere gewesen. Als gleich gut haben 21 Prozent der Befragten den BZÖ-Chef und den Politneuling Stronach bewertet. Ein Prozent machte zu dieser Runde keine Angaben.

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