„Linzplus will die beiden Linzer Fußballvereine, LASK und Blauweiß, in die Pflicht nehmen: Mit einem Fraktionsantrag im kommenden Gemeinderat setzt sie sich für ein deutsches Vorbild ein, das die Vereine zur finanziellen Verantwortung zieht.
Müll, lange Betriebspausen der Straßenbahn, hohe Polizeikosten und Gewalt: Fanmärsche von Fußballfans verursachen enorme Ausgaben und verunsichern viele Menschen. „Muss das wirklich sein? Und muss die Allgemeinheit tatsächlich für all das aufkommen, während die Vereine Gewinne aus den Veranstaltungen ziehen? Ich denke nicht“, ist Neo-Linzplus Gemeinderätin Brita Piovesan überzeugt. Per Fraktionsantrag will sie das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung am 13. März zur Diskussion stellen.
Allgemeinheit nicht länger damit belasten
„Die Vereine sollten für die entstehenden Kosten selbst aufkommen – nicht die Linzer. Nach deutschem Vorbild sollen die Fußballclubs für die Ausgaben durch Fanmärsche und Polizeieinsätze selbst verantwortlich sein, damit die Allgemeinheit nicht länger belastet wird“, so Piovesan.
In Deutschland gilt deshalb seit dem 14. Jänner 2025 das Verursacherprinzip: Fußballvereine und wirtschaftliche Profiteure solcher Veranstaltungen müssen die entstehenden Kosten selbst tragen.
Drei Beschlussanträge
Da dieses Vorhaben jedoch nicht mit einer einzelnen Maßnahme umsetzbar ist, mehrere Zuständigkeitsbereiche betrifft und auch über die Kompetenzen der Stadt hinausgeht (beispielsweise Bund, Polizei, Linz AG), hat Linzplus drei Beschlussanträge formuliert. Diese richten sich zunächst an das Innenministerium, um die gesetzliche Grundlage (inspiriert von deutschen Modellen) für eine gerechtere Kostenverteilung bei Polizeieinsätzen im Zusammenhang mit Fußballspielen zu schaffen. Des Weiteren wird die zuständige Stadträtin für Stadtreinigung gebeten, eine zügige und gründliche Reinigung nach den Fanmärschen zu gewährleisten. Außerdem wird der Stadtrat für Sicherheit aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der Polizei das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu erhöhen.
„Bürgermeister in der Pflicht“
Piovesan: „Darüber hinaus erfordert es gemeinsame Anstrengungen vieler Akteure, um die Stadt und die Allgemeinheit so gut wie möglich vor Schäden zu bewahren. Beispielsweise wäre es sinnvoll, Betriebspausen der Straßenbahn aufgrund von Fanmärschen auf der Landstraße zu vermeiden, indem alternative Routen für die Märsche gefunden werden. In diesem Zusammenhang bitten wir auch den Linzer Bürgermeister, sich persönlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eine effektive Zusammenarbeit zu fördern, um Lösungen zu finden, die mit einzelnen Gemeinderatsanträgen und Resolutionen allein nicht zu erreichen sind.“
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