„Riviera des Ostens“
Trump will Kontrolle über Gazastreifen übernehmen
US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer neuen Ankündigung im Nahost-Konflikt für Aufsehen. Nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus erklärte er: „Die USA werden die Kontrolle über den Gazastreifen übernehmen.“ Trump betonte: „Wir werden ihn besitzen.“
Trumps Kernzitat lautet: „Die USA werden den Gazastreifen übernehmen, und wir werden dort ganze Arbeit leisten.“ (Im englischen Original: „The U.S. will take over the Gaza Strip, and we will do a job with it too“, Anm.) Er kündigte außerdem an, dass die USA die Blindgänger beseitigen, die zerstörten Gebäude abreißen, den Küstenstreifen einebnen und dann eine wirtschaftliche Entwicklung anstoßen würden, die eine „unbegrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen und Wohnraum für die Menschen in diesem Gebiet“ bieten werde.
„Riviera des Nahen Ostens“
Trumps Ansicht nach könnte der Gazastreifen so zu einer „Riviera des Nahen Ostens“ entwickelt werden. Die rund zwei Millionen Palästinenser, für die der Gazastreifen ihre Heimat ist, sollen künftig in anderen arabischen Staaten der Region leben. Viele der Staaten wollten dies, sagte Trump, ohne sie zu nennen. Er sprach von 1,8 Millionen Menschen im Gazastreifen, andere Schätzungen gehen von 2,2 Millionen vor dem Krieg aus.
Wer dann im Gazastreifen leben soll? „Die Menschen der Welt“, sagte Trump (engl. „the world‘s people“, Anm.). Ausdrücklich spricht er davon, dass auch Palästinenser dazugehören würden.
„Tun, was nötig ist“
Man werde „tun, was nötig ist“, so Trump. Man werde das Gebiet zu etwas entwickeln, „auf das der ganze Nahe Osten stolz sein kann“. Im Zweifelsfall will er auch das Militär einschalten. Auf die Frage, ob er US-Truppen in den Küstenstreifen entsenden würde, um das Sicherheitsvakuum zu füllen, sagte der 78-Jährige: „Wenn es notwendig ist, werden wir das tun.“
Trump: „Potenzial unglaublich“
Der ehemalige Immobilienunternehmer schwärmte öffentlich, dass ausgerechnet dieses Gebiet immenses Potenzial für Wirtschafts- und Immobilienentwicklung habe. „Ich denke, das Potenzial des Gazastreifens ist unglaublich“, sagte er. Dort könnten künftig Menschen aus aller Welt leben. Das Ganze könne einfach „phänomenal“ und „großartig“ werden – und auch „für die Palästinenser wunderbar“.
Trumps Ankündigung fand in der Nacht europäischer Zeit statt. Eine der ersten Reaktionen kam von einem Vertreter der radikal-islamischen Hamas, der erklärte, die Bevölkerung des Gazastreifens werde die Pläne nicht akzeptieren. Saudi-Arabien schloss erneut eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel aus, sollte es keine Zwei-Staaten-Lösung geben.
„Völlig den Verstand verloren“
Auch der australische Ministerpräsident Anthony Albanese erklärte, sein Land halte an einer Zwei-Staaten-Lösung fest. Der demokratische US-Senator Chris Murphy erklärte, Trump habe „völlig den Verstand verloren“.
- Der Gazastreifen ist ein 365 Quadratkilometer großes Gebiet am Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten. Das abgeriegelte Küstengebiet, in dem schon vorher äußerst schwierige Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung herrschten, wurde im Krieg zwischen Israel und der Hamas in ein Trümmerfeld verwandelt.
- Nach UN-Angaben wurden dort während des Krieges rund zwei Drittel aller Gebäude zerstört oder beschädigt. 90 Prozent der rund 2,1 Millionen Menschen im Gazastreifen wurden zu Binnenflüchtlingen. Nach palästinensischen Angaben, die von den Vereinten Nationen als glaubhaft eingestuft werden, wurden mehr als 47.000 Menschen getötet.
- Auslöser des Krieges war ein verheerendes Massaker der Hamas, bei dem am 7. Oktober 2023 rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 nach Gaza verschleppt wurden. Israels Armee reagierte mit Angriffen auf die Terrorgruppe, die den Gazastreifen in Schutt und Asche legten.









Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.