Bei den gefährdeten Betrieben handle es sich um Zulieferer und Subunternehmer. Die Firmen seien "deutlich kleinere Unternehmen mit durchschnittlich zwölf Mitarbeitern", so die Kreditschützer.
Die meisten Zulieferer sind "solide Unternehmen"
Die vergleichsweise gute Nachricht: Der Großteil der Alpine-Zulieferer, die in Summe etwa 164.000 Menschen beschäftigen, ist aufgrund der größten Pleite in der Geschichte der Zweiten Republik nicht in unmittelbarer Gefahr, so die Einschätzung des KSV 1870. Die Zulieferer seien insgesamt "durchwegs größere, solide Unternehmen mit durchschnittlich 117 Mitarbeitern". Viele seien kreditversichert, etwaige Forderungsausfälle seien also abgedeckt. Kreditschützer Alexander Klikovits rechnet in der kommenden Woche mit einer kurzfristigen Einberufung eines ersten Gläubigerausschusses nach der Alpine-Insolvenz.
Die meisten Alpine-Geschäftspartner gibt es in Niederösterreich (298), Oberösterreich (269), Wien (215), der Steiermark (158) und Kärnten (141). Die überwiegende Zahl der Zulieferfirmen weist eine gute oder befriedigende Kreditwürdigkeit auf. Nur zehn Prozent der Zulieferer waren bereits vor der Alpine-Insolvenz mit "erhöhtem Risiko oder schwacher Bonität" beurteilt.
Alpine-Masseverwalter verhandelt nicht nur mit Porr
Die Verhandlungen um eine Lösung für den insolventen Mutterkonzern laufen unterdessen auf Hochtouren. Aus der Porr, die sich für Teile der Alpine in Österreich interessiert, hieß es am Freitagvormittag, es gebe "derzeit Verhandlungen zwischen dem Masseverwalter und der heimischen Bauindustrie" - also nicht nur mit der Porr. Demnach gehe es um eine Lösung, die für alle tragbar sei.
Spindelegger hofft auf Auffanggesellschaft bis Montag
Vizekanzler Michael Spindelegger sagte, er hoffe, dass bis Montag eine Auffanggesellschaft für Teile der Alpine zustande kommt. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner arbeite "mit Hochdruck" daran, so der ÖVP-Chef. Mitterlehner meinte, Ziel sei, dass "ein Großteil derjenigen, die durch die Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen worden sind, seinen Arbeitsplatz behält".
Spindelegger dämpfte aber gleichzeitig Erwartungen, die Regierung würde angesichts der schleppenden Wirtschaftslage ein neues Maßnahmenpaket schnüren: "Ich setze jetzt nicht auf ein Riesen-Konjunkturpaket, sondern auf konjunkturelle Maßnahmen, die wir treffen müssen, damit die Alpine-Pleite nicht auf andere Bereiche überschwappt." Das werde man "sehr zügig entscheiden".
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